Ein echter Neubeginn durch den diözesanen Erneuerungsprozess
„Im Zuge unseres „Diözesanen Entwicklungsprozesses Apg 2.1“ wird immer klarer, dass wir zu einem mutigen Schritt der Erneuerung herausgefordert sind. Im Vertrauen auf Christus dürfen wir diesen Schritt wagen,“ sagt Kardinal Schönborn. Denn Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge und des Apostolats sind alle Getauften und Gefirmten. Wie können wir einander gegenseitige Stärkung zu einem Leben in der Nachfolge Jesu und damit zum missionarischen Christsein geben? Wie können wir den Menschen des 21. Jahrhunderts, die Offenheit, Flexibilität, Mobilität, Vernetzung und Vielfalt gewöhnt sind, Anknüpfungsorte bieten und gleichzeitig das Bedürfnis nach Heimat und Geborgenheit in überschaubarer Gemeinschaft nicht außer Acht lassen? Wie können Gemeinden, wie Pfarren ermöglichen, dass Kirche den Menschen an ihren Lebensorten nahe ist? Diese neue Perspektive eröffnet einen vom Herkömmlichen vielfach radikal unterschiedlichen Blick auf die Aufgaben und die optimale Verfassung der Kirche vor Ort. Denn es soll nicht bloß darum gehen, Mängel zu beheben, sondern Neues zu erschließen. Viele offene Fragen gibt es dazu noch, auf die wir in den kommenden Wochen und Monaten Antworten finden müssen. Das hier ist ein wichtiger Ort um gemeinsam um passende Ansätze zu ringen.
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?Interessant war auch der Vorwurf...: Niemand könne mitreden. Da muss ich sagen: Moment, es hat die Diözesanversammlungen gegeben...kreuz und quer durch alle Gremien Leute eingeladen...natürlich kann man nicht mit jedem...dafür gibt es die diözesanen Räte, die Pfarrgemeinderatssitzungen...? (Interview Dr. Krasa, 31.1.2013)
Wetten, dass es das introvertierte Drittel der (Kirchen-)Bevölkerung ist, das sich durch die Gremien, Ratssitzungen usw. nicht vertreten fühlt -- darunter sicher viele, die mehr beten und mehr geben als manche von den Lautstärkeren. Darunter aber wohl auch einige, die sich schon mit dem Friedensgruß und dem Gemeindegesang schwertun, geschweige denn mit Basisgemeinden, ?Bibelteilen?, ständig wechselnder Leitung und Gruppenprojekten. ?Glaube ja, Kirche nein? oder ?Ich gehe nicht in die Messe, suche die Kirche aber gern zum Beten auf? sind oft genug Ausdruck der Suche nach einem Gott, der nicht einfach der verlängerte Arm schriller Alltagskultur ist, die einem permanent auf die Pelle rückt.
Die Kirche ?2.1? tritt in Konkurrenz um die Energien der wenigen Menschen, die Aktivismus mögen und nicht schon bis zum Burnout damit eingedeckt sind. Die anderen wird sie nicht missionieren, indem sie sie pauschal als bequem oder selbstbezogen abstempelt.
Janet Pagitsch
08.02.2013 08:31
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Mehr als beeindruckt hat mich die zwar satirische, aber historisch durchaus korrekte , schriftstellerisch brillante Darstellung Pius V., Dominikaner, Grossinquisitor, Reformator in einer historisch ungleich härter umkämpfteren Zeit ( ... Reformation ....) durch seinen Ordensbruder H. C. Zander. Seine Reformen mögen uns den Kopf schütteln lasen, dennoch: "Ich hoffe so zu regieren, dass die Trauer bei meinem Tod größer sein wird als bei meiner Erhebung" - diese Worte nach seiner Wahl zum Papst sollten sich erfüllen. Als er nach der Schlacht von Lepanto starb, hatte er in 6 Jahren ungeheuer streng regiert und ebenso reformiert... Sein vom Autor attestiertes "Geheimnis" : "Alle die übermenschlichen Leistungen ... Michele Ghislieris ... waren nichts als tätiger Ausdruck seiner Nähe zu Gott."
Daran muss ich denken, wenn so unendlich viel über Gott und seine Kirche geredet und geschrieben wird. Stimmt diese unsere Nähe noch? "MEINE Gedanken sind nicht eure Gedanken ..." Ahnen wir die Tragweite dieser Aussage? Wer oder Was ist uns letztendlich näher? Wie immer wir uns arrangieren - Gott geht alle Wege mit, auch die unnötigen, verkomplizierten, denn es ist SEINE Kirche, die er liebt und der er jede Freiheit - ohne Rücksicht auf SICH - zugesichert hat. So sehe ich das jedenfalls. Ja, "Fürchtet euch nicht", so seine Zusage. "... alle Tage, bis ans Ende..." - All unsere hilflosen Spannungen, sie können SEINE Seligkeit nicht beeinträchtigen, davon gehe ich einfach aus. Sonst wären wir Menschen wohl kaum auszuhalten.
31. 01. 2013 Gertrud Rabel
Gertrud Rabel
31.01.2013 14:43
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"Gläubigenmangel statt Priestermangel" : so wie im vorangegangenen Posting geschrieben , zeigt wie unterschiedlich Meinungen und Standpunkte sein können.
Meine Erfahrung zeigt dort wo die Familie , die Eltern versagen ( soll heißen den Kindern den Weg zum Glauben nicht mehr zeigen , gehen müssen sie ihn ohnehin alleine) , dort hilft auch ein Priester ein Kaplan ein Pastoralassi.. , auch nicht.
Ja ein jeder ist dazu berufen den Glauben zu verkünden . Und das kann man auch machen ohne ein "religiöser Leichtathlet " zu sein.
Glauben erlebbar machen ..... dass wär´s.
Deshalb denke ich dass dieser Erneuerungsprozess der richtige Weg ist. Ich glaube da hat einmal wer gesagt " fürchtet euch nicht "
Anton Ocenasek
28.11.2012 10:10
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Ich denke, die Antwort "Gläubigenmangel statt Priestermangel" verdreht Ursache und Wirkung.
Allein in unserer Pfarre gab es bis in die 70er Jahre 2-3 Kapläne oder Priester, die sich mit der Jugend und den Kindern auseinander setzten.
Dann blieb nurmehr ein Kaplan für die Kinder.
Dann kam ein Pastoralassistent, der sehr engagiert war und für die Jugend da war.
Danach kamen PAss, die mit der Jugend kaum und den Kindern nur bei der Erstkommunion zu tun hatten.
Geblieben ist ein Pfarrer, ohne Kaplan und mit einer lieben PAss.
Viel zu wenig, um auch nur ansatzweise in der Kinder- und Jugendpastoral präsent sein zu können.
Ehrenamtliche Mitarbeiter können die Zeit nicht aufbringen, die hier notwendig wäre.
Dieser Mangel hat m.E. den Gläubigenmangel erst ausgelöst und nicht umgekehrt.
Michael Bödi
25.10.2012 14:11
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Bedauerlicherweise gibt es bei uns in Österreich keinen Priestermangel, sondern einen dramatischen Mangel an Gläubigen. Im Verhältnis zur Zahl der Meßbesucher haben wir heute viel mahr Priester als vor 50 Jahren.
Robert Chlada
15.10.2012 17:03
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"Masterplan" - "diözesaner Erneuerungsprozess" - ist offensichtlich gleichzusetzen mit "josephinischer Reform" und bedeutet: Kirchen zusperren.
Das muß offensichtlich so geschehen, weil wir viel zu wenige Priester haben.
Ich bin selbst Mutter einer geweihten Person und schätze die Entscheidung eines Menschen, der sein Leben in Totalhingabe an Jesus Christus lebt, sehr hoch.
Es gibt aber heute offensichtlich nicht genug Männer, die zu einer solchen Lebensform bereit sind.
Meine Frage stößt zwar auf taube Ohren, aber ich stelle sie trotzdem: Könnte unsere Kirchenführung angesichts des weltweit immer drückender werdenden Priestermangels den Gläubigen gegenüber nicht "Gnade vor Recht" ergehen lassen und vom Beharren auf der verpflichtenden, zölibatären Lebensform für Priester absehen? Die ersten 1000 Jahre Kirchengeschichte zeigen, das so etwas möglich ist.
Die "Gemeinde, die dem Herrn gehört", würde es ihrer Kirchenleitung Eucharistie-feiernd danken.
"Herr, sende Arbeiterinnen und Arbeiter in Deinen Weinberg und gib, daß sie eine Arbeitsbewilligung bekommen. Amen".
Edeltraude Geiger
11.10.2012 16:10
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Der dritte Tod des Josephinimus dürfte also bevorstehen: eines bürokratischen Systems, das der Kirche gegen ihren Willen und zu ihr fremden Zwecken aufgedrängt wurde. Die Kirchenreform Josephs II. unterdrückte über Jahrhunderte gewachsene Strukturen und Lebensformen (Orden, Laienbruderschaften, Einsiedeleien), um an ihre Stelle die "Normalpfarre" als einzige Organisationsform kirchlichen Lebens zu setzen. Andererseits ist unsere kirchliche Wirklichkeit weithin von dieser Tradition geprägt und was ab 1780 verlorenging, wird nicht einfach von selbst wiederkehren. Daraus ergeben sich einige Fragen:
- Wird es gelingen, in der Neuausrichtung dem (auch laikalen!) spätjosephinischen Bürokratismus zu entkommen, der zu mehr Amt als Kirche, zu mehr Sitzungen als Gottesdiensten tendiert?
- Wie attraktiv wird künftig der Stand des Weltpriesters sein und welches Leben und Wirken können die Priester in den "neuen Pfarren" erwarten? Kann hier etwa die Tradition der Kollegiatsstifte wegweisend sein?
- Welche Lebensform bietet die Kirche den Laien an, die nun neue Aufgaben übernehmen sollen (warum nicht auch zölibatäre)?
Robert Chlada
30.09.2012 21:57
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Ich empfehle allen die Lektüre des Kommentars von Otto Friedrich in der neuesten Ausgabe der Furche Nr. 39. Der Verfasser analysiert die Situation rund um die bevorstehende Strukturreform perfekt. Und seinem Resumee kann man nichts hinzufügen. Das bestärkt mich (leider) an meinen Zweifeln.
Erika Trabauer
27.09.2012 20:12
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Ich hätte das "meiner Erzdiözese" nicht zugetraut, so konkret und schnell dieses ganz wichtige Thema der Neuorganisation anzugehen. Muss mich direkt wegen meiner Zweifel "entschuldigen".
Ich glaube, dass es ganz wichtig sein wird, diese geplanten und sinnvollen Veränderungen mit einem Diskussionsprozess in allen Medien - auch besonders den neuen social media - voranzutreiben, den die Angst um den Identitätsverlust wird viele Menschen (betroffene und nicht wirklich betroffene) blockieren. Es ist nie leicht zu akzeptieren, dass man manches aufgeben muß, um vielmehr zu erhalten. Management of Change hat man das in meiner Firma genannt und erstaunlich viel Ressourcen investiert. Ich erinnere mich noch gerne an ein Workshop mit einem gemeinsamen Puzzlespiel, das sich nur lösen ließ, wenn man seine eigene Struktur aufgab und offen war für wirklich Neues.
Herzliche Gratulation dem Steuerungsteam und ich bin überzeugt, dass wir die Früchte dieses mutigen, aber Not-wendigen Schrittes ernten werden.
Wolfgang Flandorfer
23.09.2012 22:37
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"Die kirchlichen Strukturen sind dazu da, den Menschen und ihrem Heil zu dienen. Das ist der Maßstab, an dem sie zu messen und auszurichten sind. "
Hoffentlich sehen das auch alle Beteiligten tatsächlich so! ich hab' da so meine Zweifel!
Erika Trabauer
22.09.2012 18:25
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Die Schrift "Kirche als Gemeinschaft in all ihren Vollzügen" von Kardinal Christoph Schönborn mit den geplanten Maßnahmen berücksichtigt die sich abzeichnenden Entwicklungen Österreichs, ja ganz Europas. Aus einem anderen Blickwinkel hat Bernhard Felderer, Fachmann der österreichischen Ökonomie, erstmals den dramatischen Kindermangel als fundamentales ökonomisches Problem Europas wie folgt definiert: Am Ende dieses Jahrhunderts werden von den in Österreich lebenden Menschen nur noch weniger als 20 Prozent Nachfahren der Einwohner des Jahres 1970 sein. Der Rest werden Zuwanderer und deren Kinder sein. Welche Folgen das für die kulturelle Identität, für Wirtschaft und Gesellschaft haben wird, ist schwer vorherzusagen, aber enorme Umwälzungen sind zu ahnen.
Ehepaare der Generation der aktuell 70-Jährigen (im Weltkrieg oder kurz danach geboren) sind meist jahrzehntelang kirchlich(!) verheiratet und haben mehrere Kinder - die heutige Generation der 35- bis 45-Jährigen. Trotz des Aufwachsens in einem (noch) christlich geprägten Elternhaus leben von dieser Generation viele in wilder Ehe, es gibt sogenannte Patchwork-Familien, alleinerziehende Mütter und viele Singles. Der Staat hat deutlich mit seinen Gesetzen (auch steuerlich) diese Entwicklung gefördert, alleinerziehende Mütter haben Vorteile gegenüber Familien mit einem alleinverdienenden Mann, dessen Frau sich der Kinderziehung widmet. Falscher Feminismus stellt solche Frauen am Herd als zurückgebliebene Wesen dar. Es gibt aber bereits wieder eine neue Generation, die für ein Leben in einer christlich geprägten Familie noch zu gewinnen wäre. In der öffentlichen Diskussion kirchlicher Themen geht es hingegen um Zölibat, Zulassung von Geschiedenen zu den Sakramenten, den richtigen Umgang mit Homosexuellen, etc. Ich kann mich in den letzten Jahren an keine Predigt erinnern, die die Fehlentwicklungen im Staatswesen bezüglich der Familien thematisiert hat. Die Kirche hat verlernt, ihr Lehramt auszuüben. Das wäre nämlich auch Mission - man bräuchte dazu Priester und Laien, die fähig sind, zu den Irrtümern unserer Zeit mutig Stellung zu nehmen und - gelegen oder ungelegen - wenn nötig zur Umkehr aufzurufen. Anpassung an den sich abzeichnenden Trend wird sowieso nötig werden. Der Kampf gegen die Fehlentwicklungen in Form verfehlter Lebensentwürfe durch Erinnerung an die Aussagen des Evangeliums (schmaler und steiniger Weg) und ihre Umsetzung in den täglichen Entscheidungen für richtige und gegen falsche Entwicklungen ist dringend notwendig.
A. K.
21.09.2012 11:32
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"Mehrere Priester (3-5) sind aktiv eingesetzt. Einer davon ist als Pfarrer..." DAS KLINGT SPANNEND, vermutlich auch für manche unter den Mitbrüdern schier unmöglich, denn viele wurden ja als "Einzelkämpfer" ausgebildet. Ich selbst lebe seit 3 Jahren in einer "vita communis" mit 2 wesentlich älteren Priestern und bin seit ca. 20 Jahren in festen Teams ("Fokolar"), die sich regelmäßig zum Austausch und Leben teilen treffen. Ich freue mich, wenn wir über diese Fragen ins Gespräch kommen! Besucht uns (in Wien-Mauer) oder mich (im Canisiusheim Horn) zum Gespräch!
Harald Mally (Spiritual am Propädeutikum)
Harald Mally
21.09.2012 10:50
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Es geht viel schneller als ich mir das gedacht habe. ?Super Pfarren? mit 4-5 Priestern. Da gehen sich im Dekanat nur wenige Großpfarren aus. In den nächsten 10 Jahren 80% umgesetzt! Gleichzeitig versuchen die Verantwortlichen in der Diözese die radikalen reaktionären Veränderungen möglichst als fortschrittlich zu verpacken. Aber Achtung - Mogelpackung!
Es fehlt ein echter Dialog in der Kirche und eine Modernisierung und Öffnung nach außen. Damit könnte man im Gegensatz zu den geplanten Änderungen das Priesetramt wieder atraktiver machen und die Menschen in den Pfarren wieder ins Boot holen.
Dr. Günther Frank
19.09.2012 23:35
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