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Liebe Mitbrüder!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
Es ist mir ein Anliegen, Ihnen einige Gedanken über die momentane
Situation in unserer Kirche im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch zu
übermitteln.
Ich persönlich bin sehr betroffen über jeden erwiesenen Missbrauch in
unserer Diözese.
Wir alle in der Kirche müssen nun zusammenwirken, damit sexueller
Missbrauch aufgedeckt, den Opfern geholfen und die notwendigen Konsequenzen
(bis hin zur Entlassung aus dem priesterlichen bzw. haupt- oder
ehrenamtlichen Dienst) gezogen werden und in Zukunft sexueller Missbrauch in
der Kirche überhaupt verhindert wird!
In unserer "Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs in der
Kirche" sind in den letzten Tagen viele Telefonate und Mails
eingelangt: es werden aktuelle Verdachtsfälle, Vorwürfe und viele schon
länger zurückliegende Vorkommnisse gemeldet. Die Mitarbeiter/innen der
Ombudsstelle sichten die gesamte Sachlage und prüfen jeden einzelnen
Fall.
Konkrete Verdachtsfälle melden
Als Kirche stellen wir uns eindeutig auf die Seite der Opfer", betont Schuster.
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Bei der Notwendigkeit, Konsequenzen im Hinblick auf die Täter zu ziehen,
wird die dafür eigens eingerichtete Kommission beauftragt, die Fälle
nochmals zu prüfen und ihrerseits konkrete Vorschläge für den Umgang mit den
Tätern auszuarbeiten.
Als Kirche stellen wir uns eindeutig auf die Seite der Opfer, wie Papst
Benedikt XVI. und Kardinal Christoph Schönborn mehrfach betont haben.
Ausdrücklich verweise ich auf die Presseerklärung
der Österreichischen Bischöfe und das Eingangswort von Kardinal Schönborn bei der 2. Delegiertenversammlung APG
2010.
Ich ersuche Sie alle, konkrete Verdachtsfälle von denen Sie selbst
wissen, bzw. die an Sie herangetragen werden, unbedingt an die Ombudsstelle
weiterzuleiten!
Die Ombudsstelle arbeitet unabhängig im Sinne einer Opferanwaltschaft und
ist beauftragt, jeder Meldung gewissenhaft nachzugehen. Sie bietet den
Opfern professionelle Hilfe und Unterstützung an und steht jedem, der sich
an sie wendet, zur Beratung zur Verfügung.
Mit Behelf "Verhinderung sexuellen Missbrauchs" vertraut machen Der Behelf zur "Verhinderung sexuellen Missbrauchs" ist im Ordinariat erhältlich.
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Ich erwarte mir von Ihnen allen, dass Sie sich mit den Inhalten des Behelfes
"Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen gegen
Missbrauch und Gewalt" persönlich,
aber auch im Gespräch mit anderen auseinandersetzen. Ganz besonders weise
ich Sie auf die Erklärung des Erzbischofs (Seite 6-8) und auf die
Vorgangsweise bei Verdachtsfällen (Seite 19) hin.
Der Behelf ist im Erzbischöflichen
Ordinariat (Wollzeile 2/3.Stock) erhältlich und auf
Stephanscom.at abrufbar.
Wir alle leiden unter dieser schwierigen Situation in der Kirche. Ich bin
aber überzeugt, dass uns diese Situation zu einer noch größeren
Klarheit im Umgang mit sexuellem Missbrauch verhelfen wird.
Ganz herzlich danke ich Ihnen für Ihren Einsatz für die Kirche und für
Ihre Geduld in den Gesprächen, in denen Sie auf diese Problematik
angesprochen werden.
Mit herzlichen Grüßen
Generalvikar Mag. Franz Schuster
(red)
17.03.2010
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