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Brief von Generalvikar Schuster an die Diözese
© Kathbild.at/RupprechtMit einem offenen Brief wendet sich Generalvikar Franz Schuster, an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erzdiözese. "Ich ersuche Sie, konkrete Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs unbedingt an die Ombudsstelle weiterzuleiten!", betont Schuster.

Liebe Mitbrüder!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Es ist mir ein Anliegen, Ihnen einige Gedanken über die momentane Situation in unserer Kirche im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch zu übermitteln.

Ich persönlich bin sehr betroffen über jeden erwiesenen Missbrauch in unserer Diözese.

Wir alle in der Kirche müssen nun zusammenwirken, damit sexueller Missbrauch aufgedeckt, den Opfern geholfen und die notwendigen Konsequenzen (bis hin zur Entlassung aus dem priesterlichen  bzw. haupt- oder ehrenamtlichen Dienst) gezogen werden und in Zukunft sexueller Missbrauch in der Kirche überhaupt verhindert wird!

In unserer  "Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche" sind in den letzten Tagen viele Telefonate und Mails eingelangt: es werden aktuelle Verdachtsfälle, Vorwürfe und viele schon länger zurückliegende Vorkommnisse gemeldet.  Die Mitarbeiter/innen der Ombudsstelle sichten die gesamte Sachlage und prüfen jeden einzelnen Fall.

Konkrete Verdachtsfälle melden

© Kathbild.at/Rupprecht
Als Kirche stellen wir uns eindeutig auf die Seite der Opfer", betont Schuster.

Bei der Notwendigkeit, Konsequenzen im Hinblick auf die Täter zu ziehen, wird die dafür eigens eingerichtete Kommission beauftragt, die Fälle nochmals zu prüfen und ihrerseits konkrete Vorschläge für den Umgang mit den Tätern auszuarbeiten.

Als Kirche stellen wir uns eindeutig auf die Seite der Opfer, wie Papst Benedikt XVI. und Kardinal Christoph Schönborn mehrfach betont haben. Ausdrücklich verweise ich auf die Presseerklärung der Österreichischen Bischöfe und das Eingangswort von Kardinal Schönborn bei der 2. Delegiertenversammlung APG 2010.

Ich ersuche Sie alle, konkrete Verdachtsfälle von denen Sie selbst wissen, bzw. die an Sie herangetragen werden, unbedingt an die Ombudsstelle weiterzuleiten!

Die Ombudsstelle arbeitet unabhängig im Sinne einer Opferanwaltschaft und ist beauftragt, jeder Meldung gewissenhaft nachzugehen. Sie bietet den Opfern professionelle Hilfe und Unterstützung an und steht jedem, der sich an sie wendet, zur Beratung zur Verfügung.

Mit Behelf "Verhinderung sexuellen Missbrauchs" vertraut machen

© thema kirche
Der Behelf zur "Verhinderung sexuellen Missbrauchs" ist im Ordinariat erhältlich.

Ich erwarte mir von Ihnen allen, dass Sie sich mit den Inhalten des Behelfes "Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen gegen Missbrauch und Gewalt" persönlich, aber auch im Gespräch mit anderen auseinandersetzen. Ganz besonders weise ich Sie auf die Erklärung des Erzbischofs (Seite 6-8) und auf die Vorgangsweise bei Verdachtsfällen (Seite 19) hin.

Der Behelf ist im Erzbischöflichen Ordinariat (Wollzeile 2/3.Stock) erhältlich und auf Stephanscom.at abrufbar.

Wir alle leiden unter dieser schwierigen Situation in der Kirche. Ich bin aber überzeugt, dass  uns diese Situation zu einer noch größeren Klarheit im Umgang mit sexuellem Missbrauch verhelfen wird.

Ganz herzlich danke ich Ihnen für Ihren Einsatz für die Kirche und für Ihre Geduld in den Gesprächen,  in denen Sie auf diese Problematik angesprochen werden.

Mit herzlichen Grüßen
Generalvikar Mag. Franz Schuster

(red)

17.03.2010


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