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Wie geht es weiter (bei uns) im Dekanat 10?

Ein Austauschforum für betroffene und mitgestaltende Katholiken aus Favoriten. Wie geht es uns mit den Rahmenvorgaben für künftige Strukturen (Pfarre 4000 Katholiken mit beliebig vielen Gemeinden,  5% des Budgets für neue Aktivitäten, bis zu 25% weniger hauptamtlichem Seelsorgepersonal,  max. 20% der Einnahmen für Kosten vom Pfarrheim, laufende Instandhaltung selber finanzieren und Gebäude, die nach diesen Grundsätzen nicht erhalten werden können, werden anderweitigen Nutzung zugeführt)?

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Darf´s auch ein Kommentar "von außen" sein? Nach 40 Jahren Stadtleben bin ich seit bald 10 Jahren wieder "daheim auf dem Land"; ehrenamtlich. Die Strukturen hier haben sich - der Situation (Not) gehorchend.... schon seit den 80zigern geändert, als unser Pfarrer verstorben ist > Pfarrverband). Es ist ein Notprogramm, das abhängig ist von den Menschen, die es durchführen. Und es braucht unendlich viel Geduld , Zuhören (in die Menschen hinein und noch mehr "vertikal"), Visionen - die nicht auf sichtbaren Erfolg angewiesen sein wollen, Verständnis für das langsame Wachsen von Ideen, Mut zum Scheitern und dabei nicht aufgeben - und Hoffen, dass die Möglichkeiten des Teilens von Verantwortung, des Mittragen-Dürfens, und so mancher Möglichkeiten, die letztlich mit Wertschätzung und Vertrauen zu tun haben, mit Loslassen so mancher"Gepflogenheiten" und Mut zum Delegieren - dass all dies sich zum Wohl der Menschen entwickelt, die einander anvertraut sind.
Gertrud Rabel
17.05.2012 15:23
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Dekanat 10 In der letzten Veranstaltung ?Zukunftsdialog? im Dekanat Favoriten hat ein ?Planspiel? stattgefunden. Dabei sollte man gleichsam aus dem Stegreif besprechen und diskutieren, was vielleicht irgendwann einmal bei einer Umstrukturierung wichtig wäre. Das war ganz nett ? aber dieses Planspiel als ?Vorbereitung? zu betrachten, wäre das doch ein sehr grober Etikettenschwindel. Ein ?Planspiel? ist keine Vorbereitung, sondern fördert höchstens in nicht-ernster Form eine erste gedankliche Auseinandersetzung! In der Einleitung zu diesem Tag hieß es übrigens, dass dieses Planspiel ? aufgrund der guten personellen Situation im Dekanat - keineswegs aktuell wäre. Dass Umstrukturierungen unausweichlich werden, ist unbestritten. Warum man in Wien dabei ausgerechnet mit einem so großen Dekanat (Favoriten wäre ja die 4-größte Stadt in Österreich) beginnt und nicht zuvor in einer kleineren Einheit Erfahrungen sammelt, scheint mir ?gewagt?. Aber: sei?s drum. Die ?Kriterien? sind nicht einsichtig, auch wenn man sie von irgendwoher sicher begründen kann. - Mit einer geforderten Katholikenzahl von 4000 hätte man einige Pfarren in Favoriten nie gründen dürfen. Wenn man nun an dieser Zahl festhält, könnte man doch einfach sagen: diese und jene Pfarre wird aufgelöst. Entweder man schließt solche zusammen oder sie werden irgendwo zugeordnet. ? Das wäre das Einfachste. Und mglw. liegen die diesbezüglichen Pläne sowieso (verständlicherweise) bereits in einer Schublade. Dann könnte man sich so manches Rätselraten und so manche Zeit für Besprechungen sparen. - Dass nur ein bestimmter Prozentsatz des Budgets für die Erhaltung der Gebäude ausgegeben werden soll, ist so nicht schlüssig. Wenn man nämlich allgemein verschwenderisch ist, kommt man mit derselben Summe zu einem niedrigeren Prozentsatz als eine sparsame Pfarrgemeinde. Also: mglw. wird Sparsamkeit bestraft, wenn man an diesem Kriterium stur festhält. Aber wenn man an anderer Stelle liest, dass keineswegs schon irgendetwas fix ist, oder dass man doch prozesshaft denken und gestalten möchte, klingt das wiederum besser. Warum aber werden keine pastoralen Kriterien genannt? Warum wird das pfarrliche Leben nicht berücksichtigt? Zählt das nicht, wenn Umstrukturierungen überlegt werden? Und natürlich fehlt völlig der Gedanke, dass es irgendwo um ?mission?, sogar um ?mission first? gehen sollte. In diesem Sinn fehlt eine pastorale Dimension grundsätzlich. Oder sie ist so weit im Hintergrund, dass sie de facto ? bis jetzt ? - unsichtbar ist. Die einzelnen Arbeitsgruppen ?tragen zusammen?, was es so gibt. Etwas, das mit Blick auf größere pastorale Räume darüber hinausgeht, ist wohl nicht zu erwarten, wäre aber gerade die wahrscheinlich einzige zukunftsorientierte Chance eines Strukturprozesses. Das aber braucht Impulse von außen. Es wäre schade, wenn weiterhin überhaupt nicht das Umfeld bedacht wird, in dem die Pfarren in Favoriten heute leben. Empfehlenswert wäre eine Orientierung am Modell ?Lebensorientierte Seelsorge?, das etwa bei den Umstrukturierungen in St. Gallen, Trier, Fulda angewandt wurde. Wichtig ist, dass die Menschen zusammenkommen und ein Glauben-teilen erleben! Und das sollte gezielt gefördert werden. Ansatzpunkte gibt es ja da und dort im Dekanat Favoriten für jene, die ein spezielles Interesse bzw. Engagement teilen. Auf diesem Weg lässt sich sicher noch einiges tun, damit eine gute Basis für zukünftige nähere Zusammenarbeit gestärkt wird. Walter Krieger, Pfarre Emmaus am Wienerberg
Walter Krieger
13.04.2012 11:02
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Wenn Vertrautes verändert werden soll oder muss, ist das nie sehr einfach; das spühren wir im Dekanat 10. Zugleich spühren wir seit vielen Jahren, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Der Bischofs hat dem Dekanat den Auftrag erteilt, eine neue Struktur zu entwickeln, wobei in diesen Auftrag Wünsche und Sorgen aus dem genannten Planspiel eingeflossen sind. Es war also nicht umsonst. Zu den einzelnen Punkten möchte ich bemerken: 1. Dass mit einem Umstrukturierungsprozess in Favoriten begonnen wurde, hängt aus meiner Sicht mit 2 Faktoren zusammen: Der Zukunftsdialog, der seit 2004 in Favoriten läuft, hat gezeigt, dass es einen klaren Auftrag von oben braucht. Und die Visitation durch Kardinal Schönborn hat wohl auch einen gewissen Handlungsbedarf deutlich gemacht. 2. Die Katholikenzahl 4000 entspricht etwa der durchschnittlichen Katholikenzahl der Wiener Pfarren. Dies wird wohl der Grund gewesen sein, diesen Richtwert anzunehmen. 3. Hinsichtlich der Gebäudeerhaltung muss es eine gewisse Obergrenze geben. Es kann nicht Aufgabe der Kirche sein, in Gebäude zu investieren statt in Pastoral. Wie diese Frage der Geldaufteilung gelöst wird, kann natürlich diskutiert werden. 4. Im Projektauftrag stehen klare pastorale Ziele. Es mag schon sein, dass in der ersten Prozessphase, in der es mehr um die Erhebung des Ist-Zustandes geht, diese noch nicht im Mittelpunkt stehen. Vom Fehlen "einer pastoralen Dimension grundsätzlich" zu reden deutet eher auf unzureichende Kenntnis des Auftrags hin. 5. Der Prozess ist so angelegt, dass es möglichst viel Mitsprache der Menschen in den Pfarren gibt. Daher sollen auch Fragen der Zusammenlegung von Pfarren nicht von oben entschieden werden. Dies war übrigens ein ausdrücklicher Wunsch beim "Zukunftsdialog"! 6. Es gab eine Studienreise nach Aachen und Créteil. Dazu waren alle Hauptamtlichen und alle Pfarrgemeinderäte eingeladen. leider haben nur 8 Personen aus 5 Pfarren teilgenommen. Der Bericht über diese Reise ist an alle am Prozess beteiligten Menschen ergangen und steht auch allen anderen Interessierten zur Verfügung. Es gibt sie also sehr wohl, die Impulse von außen! 7. Es gibt in der ersten Prozessphase Arbeitsgruppen zum Thema "Demographie". Der Vorwurf, das Umfeld werde nicht beachtet, geht also ins Leere. Es wird im Laufe dieses Jahres noch einige Treffen in größeren und kleineren Gruppen, in Regions- und Dekanatsgruppen geben. Da ist auch der Raum, um Anliegen, Wünsche, Sorgen, Erfahrungen... einzubringen. Dazu kann ich nur dringend einladen. Mag. Franz Herz Pfarrer der Antonskirche Prozesskoordinator
Franz Herz
13.04.2012 12:04
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4. Im Projektauftrag stehen klare pastorale Ziele. Wenn der Projektauftrag vom 13.1.2012 noch der gültige ist findet sich dort aber als pastorales Projektziel nur, dass "die Gemeinden pastoral nicht mehr das gesamte Spektrum pfarrlichen Lebens abdecken müssen sondern vermehrt Schwerpunkte setzen und im Miteinander mehrerer Gemeinden Synergien schaffen und nutzen." Nachdem ich nun schon jahrzehntelang Organisationsprojekte verantwortet habe weiss ich, dass ein Projektziel so formuliert sein sollte, dass es am Ende möglich ist zu verifizieren, ob das Projekt erfolgreich die Vorgaben erfüllt hat. Bei dieser Zielbeschreibung ist der behauptete Erfolg schon vorgegeben und bei einem erheblichen Teil der Betroffenen wird Frustration um sich greifen. R.Dippelreiter
Roland Dippelreiter
11.05.2012 22:16
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Danke! Ich hoffe, dass sich nun viele an der Debatte beteiligen. Es zeigt sich, dass man Dinge und Vorgänge unterschiedlich deuten und in ihrer Bedeutung unterschiedlich einschätzen kann. Wenn die pastorale Dimension im Auftrag steht, möge sie auch in der Umsetzung langsam in den Vordergrund treten und sichtbar und erfahrbar werden! Ich hoffe auch, dass das Interesse aneinander wächst. Aber nicht bloß in dem, was alles so getan wird, sondern in den Fragen und Erfahrungen, was man im Glauben und im Christ-sein wertschätzt und wichtig findet. Einen solchen Glaubens-austausch möchte ich vorschlagen (obwohl ich selbst keine Form dafür parat habe). Auf ein spannendes, auch kontroverses, aber gutes und aufbauendes, Zukunft-gestaltendes Miteinander! Walter Krieger, Pfarre Emmaus am Wienerberg
Walter Krieger
17.04.2012 12:22
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Viele der Fragen, die Menschen ev. Angst machen sind im FAQ-Bereich (häufige Fragen, links-oben) beantwortet, wichtig scheint mir, zu lernen mit Katholiken aus der Nachbarpfarre, von der Gottesdienstgemeinde des Klosters nebenan, der anderssprachigen Gemeinde ums Eck und den Leuten von dem Movimento, dessen Zentrum zwei Straßen weiter liegt, zusammenarbeiten und gemeinsam zu beten und zu feiern - da schreckt uns oft die Andersartigkeit, es ist nicht unser Stil... Und für viele andere ist es in Wien, wie am Land, schon ganz klar, dass sie in die Gemeinde gehen, wo die Messzeiten ihrer Terminplanung am besten angepasst ist und nicht umbedingt in der eigenen Pfarre - wieviele Pfarren stimmen die Messzeiten mit den Nachbargemeinden, Rektoratskirchen,... ab um diesen Menschen gerecht zu werden?
Nikolaus Haselsteiner
02.05.2012 11:15
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