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"Euch aber habe ich Freunde genannt"
© Kathbild.at/RupprechtIn den Impulsen im Oktober 2009 geht Kardinal Christoph Schönborn auf die Diözesanversammlung ein. "Das Ziel ist letztlich, dass die Menschen Kirche als Heimat erleben können."

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
Liebe Brüder und Schwestern!

"Euch aber habe ich Freunde genannt": Wenn es eine Erfahrung gibt, die ich als die "Grundmelodie" in meinem Leben betrachten darf, so ist es diese Freundschaft mit Gott. Sie ist der rote Faden durch alle Phasen meines Lebens. Jesus lädt uns ein zur Freundschaft. Er macht uns zu seinen Freunden. Und wir dürfen in diese Freundschaft hineinwachsen. Darüber kann ich nicht schweigen. "Mission" ist für mich kein abstraktes Wort. Mission ist für mich die Einladung, das Glück dieser Freundschaft bekannt zu machen: "Kommt und seht" (vgl. Johannes 1,39).

Um diese Freundschaft geht es auch beim großen Missionsprojekt "Apostelgeschichte 2010", das in den kommenden Monaten das Leben unserer Diözese prägen soll. Freundschaft mit Jesus, das heißt zum einen: Zeit haben für die Begegnung, das hinhörende Stillsein in Seiner Gegenwart, vor allem in Seiner Gegenwart im Tabernakel. Freundschaft mit Jesus, das heißt zum anderen: wache Aufmerksamkeit für die, mit denen Er sich besonders identifiziert, mit den Armen, den Kranken, den Fremden, den Gefangenen, den Ausgestoßenen, den Sündern. Freundschaft mit Jesus, das heißt schließlich: Mit Seinen Augen sehen lernen, mit Seinen Gedanken vertraut werden, Seinen Willen suchen und zu tun versuchen.

Dieser Gedanke an die Freundschaft mit Jesus soll auch die 1. Diözesanversammlung im Rahmen der "Apostelgeschichte 2010" von 22. bis 24. Oktober prägen. Das Ziel ist letztlich, dass die vielen suchenden Menschen von heute Kirche als Heimat erleben können, dass sie die Barmherzigkeit Jesu erfahren.

Die Diözesanversammlung, zu der 1.300 Delegierte aus den Pfarrgemeinden, den Ordensgemeinschaften, den katholischen Organisationen, den kirchlichen Dienststellen kommen, ist gleichsam ein Haltepunkt auf dem Weg des Volkes Gottes in unserer Diözese im Rückblick und in der Vorschau: Welche positiven Erlebnisse haben wir der Barmherzigkeit Gottes zu verdanken, welche negativen Erfahrungen haben uns verstummen gemacht, in welche Richtung wollen wir im Vertrauen auf Gott voranschreiten?

Auf zwei Hilfsmittel für diesen Weg des Volkes Gottes möchte ich Sie aufmerksam machen: 1. In diesen Tagen wird "Der Sonntag für Alle" - ein Sondermagazin der Wiener Katholikenzeitung "Der Sonntag" - an die Haushalte in Wien und im östlichen Niederösterreich versendet. "Der Sonntag für Alle" - Druckauflage 1,5 Millionen - ist eine "Visitenkarte der katholischen Kirche" an alle Menschen, die im Bereich der Erzdiözese Wien wohnen. Diese "Visitenkarte" soll den Menschen Auskunft geben darüber, was die katholische Kirche tut und wofür sie steht. 2. Im Stephansdom gebe ich ab dem 11. Oktober wieder allmonatliche Katechesen: Viele Suchende, viele Bekenner anderer Religionen fragen, was Christen glauben. Können wir Antwort geben? Die neun Katechesen im Stephansdom sollen zeigen, wie man mit Hilfe des "Katechismus der Katholischen Kirche" auskunftsfähig wird zu den großen Glaubensthemen unserer Zeit. In der ersten Katechese geht es um die Frage: "Was heißt eigentlich glauben?" Herzliche Einladung! Sonntag, 11. Oktober, 20 bis 21 Uhr.

Mit herzlichen Segenswünschen grüßt Sie alle
Ihr
Kardinal Christoph Schönborn

(red)

07.10.2009


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