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Was Sport alles bewegt ...
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Ein Beitrag über den gesundheitlichen Nutzen von Sportausübung von Dr. Petra Grünanger-Hilscher, Sportwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien.

Dass Bewegung gesund ist, weiß jedes Kind. Kaum jemand ahnt jedoch, wie viele Krankheiten und Beschwerden sich mittels Bewegung therapieren oder vermeiden lassen und wie einfach das im Grunde geht. Wussten Sie etwa, dass sich mit Bewegung auch das Krebsrisiko (z. B. Brust- oder Darmkrebs) signifikant vermindern lässt? Dass Krafttraining auch mit 80 noch Sinn macht? Oder dass Bewegung auch Ihr Merkvermögen verbessert?

Gehen Sie gerne Wandern, Walken, Laufen oder Langlaufen? Wunderbar! Mit derartigen Ausdauersportarten wirken Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen, die mit etwa 50 Prozent die Todesursache Nr. 1 in modernen Industriegesellschaften darstellen. Bewegen Sie sich im Freien, so fördert das Sonnenlicht zudem durch Umwandlung des Provitamins D den Knochenaufbau und führt durch Erhöhung des Transmitters "Dopamin" im Gehirn zu deutlich spürbarer Stimmungsverbesserung.

"Gesündeste" Sportarten

Generell gilt: Je mehr Muskeln in Bewegung sind, desto wirksamer. Nordic-Walken, Schwimmen,  Aquagymnastik oder Langlauf sind darüber hinaus noch gelenkschonend und zählen somit zu den "gesündesten" Sportarten überhaupt. Ausdauersport vermindert Blutfette, Blutdruck und Übergewicht und senkt das Arteriosklerose-Risiko sowie das Risiko von Diabetes II, denn dieser so genannte "Altersdiabetes" beruht auf Bewegungsmangel und Übergewicht. Aber auch Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnisleistungen werden durch länger andauernde Bewegung verbessert, da die Durchblutung des Gehirns um bis zu 25 Prozent steigt. Und schließlich hat Bewegung auch eine starke Wirkung auf die Psyche. Stresshormone können abgebaut, Glückshormone ausgeschüttet werden, die sowohl unmittelbar als auch längerfristig die Laune heben.

Osteoporose durch Sport entgegenwirken

Sie trainieren lieber an Geräten oder gehen zur Skigymnastik? Gratuliere! Krafttraining dieser Art wirkt nicht nur Haltungsschäden entgegen, sondern verringert auch das Risiko von Verletzungen und Arthrosen, denn Sport stärkt nicht nur Muskeln, sondern auch Knochen und Knorpel. Die so genannte "Altersosteoporose", die durch zahllose Oberschenkelhalsbrüche unrühmliche Berühmtheit erlangt hat, ist – abgesehen von wenigen Ausnahmen – eine reine Inaktivitätsosteoporose! Wenn Sie nichts trainieren (und auch im Alltag wenig körperlich aktiv sind), verlieren Sie bis zum 60. Lebensjahr 30 Prozent Ihrer Muskelmasse. Mit Bewegung können Sie dem Alterungsprozess ein Schnippchen schlagen!

Anleitung zum Wiedereinstieg

Sie haben sich bis jetzt in Pantoffeln wohler gefühlt als in Sportschuhen? Keine Sorge, es ist nie zu spät! Auch mit 70 oder 80 Jahren ist Ihr Körper noch trainierbar. Für Einsteiger reichen zweimal pro Woche 20 Minuten Ausdauertraining (Walken oder Ähnliches) und einmal pro Woche 20 Minuten Krafttraining, also gezielte Übungen, die Haltungsschäden vorbeugen oder helfen, bereits bestehende Beschwerden zu mindern. Später darf´s auch ein bisserl mehr sein (bis zu dreimal 60 Minuten Ausdauertraining/Woche und zwei bis dreimal 20 Minuten Krafttraining/Woche). Aber übertreiben Sie es bloß nicht, sonst dreht sich der Spieß schnell um, und die Bewegung schadet mehr, als sie nutzt. Nach längerer Sportabstinenz kommen Sie im Grunde um fachmännische Betreuung nicht herum. Ihr Fitness-Coach – Sie finden ihn beispielsweise in Sportvereinen, Fitness-Studios, beim Kieser- oder Kienbacher-Training oder auch bei einigen namhaften Versicherungen - erstellt einen individuellen Trainingsplan für Sie.
 
Quellen:
WEISS, O. et al. 2001: Sport und Gesundheit. Die Auswirkungen des Sports auf die Gesundheit – eine sozio-ökonomische Analyse. Wien.
KURZ, B. 2007: Kraft im Körper. Vital Edition 3 des Uniqa Vital Clubs. Wien.
KURZ, B. 2005: Power durch Ausdauer. Vital Edition des Uniqa Vital Clubs. Wien.

 

(red)

11.05.2009


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