|
Alleine das Wort "Urlaub" lädt bereits zu Überfrachtung ein. Was muss in
diesen 3 Wochen nicht alles Platz haben … Ist es realistisch, was ich mir
vornehme?
Erfahrungsgemäß ist der Urlaub eine konfliktträchtige Zeit. Paare,
Familien und Gemeinschaften stoßen an ihre Grenzen. Kein Wunder, denn
Müdigkeit und Erschöpfung kommen jetzt erst so richtig raus.
Stichwort "Freude": Der Mensch muss sich auf etwas freuen können. Worauf
freue ich mich im Urlaub? Vielleicht lässt sich da noch etwas
arrangieren.
Der Urlaub soll Leib und Seele ansprechen. Der richtige Mix von Schlaf
und körperlicher Betätigung ist individuell ziemlich unterschiedlich. Wie
möchte ich im Verhältnis von Sein und Tun den Akzent setzen?
"Vacare Deo – sich freihalten für Gott", so lautet eine alte mönchische
Devise. Der Urlaub bietet Möglichkeit, der inneren Zwiesprache mit dem Herrn
und der Stille Raum zu geben, und zwar ohne Zeitdruck.
Fast alles im modernen Leben verfolgt einen Zweck. Die Arbeitswelt
schielt auf das Ergebnis. In den Ferien soll das Zwecklose, das
Absichtslose, das Kontemplative und das Spielerische zu seinem Recht kommen.
Einfach so …
Ohne Staunen wird nichts Großes. Das hastige Surfen braucht als
Gegengewicht das gute Hinschauen und geduldige Hinhören. Die wunderbare
Schöpfung Gottes, Kunst, Musik – sie alle laden zum Staunen-Lernen ein.
Zu guter Letzt: Muss ich tatsächlich ständig erreichbar sein?
Erholsamen Urlaub!
Dr. Christoph Benke ist Geistlicher Leiter des Zentrums für
Theologiestudierende in Wien.
(red)
03.07.2009
|