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Das Rätsel der Zeit, Stress und Burnout
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Die Zeit vergeht und kann nicht gestoppt werden! Jeder Tag ist ein neuer Tag; jede Stunde, jede Minute ..., ja sogar jeder Moment ist neu. Die Zeit bleibt unveränderbar. Wenn wir uns wünschen mehr Zeit zu haben, bleibt dies unerfüllt.

Im Alltag erleben wir oftmals, zu wenig oder gar keine Zeit zu haben. Wir verwenden Begriffe wie Arbeitszeit, Schlafenszeit, Freizeit, Familienzeit, Urlaubszeit und so weiter. Diese Begriffe haben sich in den letzten zehn Jahren wesentlich verändert. Besonders sind die eindeutigen Grenzen zwischen diesen Begriffen verschwunden: Wann beginnt meine Freizeit, wann meine Arbeitszeit oder wann die Urlaubszeit? Durch Entwicklungen wie Handy, SMS, Email und Internet, aber auch durch die sehr guten Reisemöglichkeiten (Auto, Zug, Flugzeug) sind wir zu allen unseren Lebenszeiten erreichbar und jederzeit verfügbar geworden.

Immer erreichbar

Mein Arbeitgeber stellt mir ein Firmenhandy zur Verfügung und richtet die E-Mailbox so ein, dass ich E-Mails auch mit einem Computer außerhalb der Firma jederzeit abrufen kann. Sobald ich das Firmenhandy mit nach Hause nehme, bin ich automatisch für die Firma ständig erreichbar. Sobald ich meine Firmenemails von überall her abrufen kann, werde ich dies zumindest einmal ausprobieren oder sogar an "langweiligen" Tagen meiner Freizeit oder meiner Urlaubszeit tun. Ich werde es aber auch dann tun, wenn ich vor meiner Urlaubszeit ein wichtiges E-Mail noch nicht erhalten habe. Und obwohl ich dann in meiner Urlaubszeit eigentlich nichts damit tun kann, werde ich es lesen, um den Arbeitsprozess vermeintlich "abzuschließen". Noch viel schlimmer kommt es dann, wenn ich durch die hohe Mobilität in unserer Zeit mit dem Auto kurz in die Firma fahre, um die Arbeit in meiner Urlaubszeit zu erledigen.

Neue ungeschriebene Gesetze

Die moderne Technik verleitet uns dazu, die wichtigen Grenzen zwischen der Zeit, die ich für mich habe, und der Zeit, die ich für andere habe, zu ignorieren.

Dürfen wir uns überhaupt noch abgrenzen?

Darf ich mir Zeit nehmen, um etwas für mich selbst zu tun?

Neue ungeschriebene Gesetze sind in unserer Gesellschaft entstanden: Ein E-Mail sollte innert 24 h, ein SMS unmittelbar beantwortet werden, und ein Anrufbeantworter verspricht in jedem Falle einen Rückruf! In Anbetracht dieser Grenzverwischungen ist unser Empfinden, zu wenig Zeit für alles zu haben, sehr einfach in einem bildlichen Beispiel erklärbar:

Wenn ich acht Stunden lang immer wieder fünf Sekunden renne und jeweils eine Sekunde, um Pause zu machen, stehen bleibe, so bin ich am Ende sechs Stunden und 40 Minuten gerannt und hatte insgesamt 80 Minuten Pause. Vom Empfinden her werde ich aber das Gefühl haben, ständig zu rennen und keine Zeit für Pausen zu haben. Hätten wir eine klar abgegrenzte Pause von zehn Minuten alle 45 Minuten gemacht, wäre das Empfinden nach acht Stunden ganz ein anderes.

Klare Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit setzen

Wir fühlen uns deutlich weniger gestresst, wenn wir klare Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit setzen. Wobei mit Freizeit eine effektive freie Zeit gemeint ist, in der man für niemanden außer für sich selbst verfügbar ist. Dies klingt sehr simpel, ist aber in der Umsetzung viel schwieriger als wir glauben. Gerade wenn wir nichts zu tun haben, glauben wir endlich Dinge erledigen zu können, für die wir sonst keine Zeit haben.

... und schon befinden wir uns in einem negativem Stress- oder Burnoutkreislauf.

Mit klaren Grenzen steigern wir auch unsere Motivation, Freude und Vorfreude auf etwas. Wenn ich mich klar abgegrenzt der Arbeit enthalte, freue ich mich danach umso mehr auf sie.

Sich selbst etwas Gutes zu tun

In diesem Sinne ist es höchste Zeit für Sie...

..., in Ihrem Kalender pro Tag 20 Minuten Freizeit einzutragen. Fügen Sie versäumte Minuten sofort an einem anderen Tag hinzu.

..., diese Zeiten Ihrem Umfeld mitzuteilen und damit Grenzen zu setzen.

..., jetzt auszuprobieren, ob Sie ihr Handy auch ausschalten können.

..., Ihr Arbeitshandy da liegen zu lassen, wo es hin gehört.

..., wieder Briefe statt Emails zu schreiben.

..., auf SMS zu verzichten.

..., in Ihrem Urlaub auf Internet, E-Mails und Handy zu verzichten.

..., Ihrem Chef mitzuteilen, dass Sie im Urlaub nicht erreichbar sind.

..., das Rätsel zu lösen, indem Sie die Wörter, welche "Zeit" enthalten, in diesem Artikel zählen, diese Zahl zu Minuten machen und sich heute noch diesen Zeitraum nehmen, um sich selbst etwas Gutes zu tun.

Mag. Alexander Pirchl, Supervisor, Therapeut und Präventionsspezialist seit 1994, Personaltrainer im Gesundheitswesen, in Industriebetrieben, Hotels und Schulen sowie Einrichtungen im caritativen Bereich: info@stressstop.at, www.StressStop.at

(red)

07.10.2009


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