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Arbeitsalltag in der Sakristei
© thema kircheIn immer mehr Pfarren der Wiener Erzdiözese wird der Mesnerdienst von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen übernommen. "Das Zusammenspiel von Theorie und Praxis beim Kurs ist wichtig und hilfreich", betont die Absolventin Stefanie Fekete.

Mesner haben hinter den Kulissen viel mehr zu tun, als vordergründig zu sehen ist, das wissen nur wenige Insider. Altar und Kirche gehören für viele Feste entsprechend gerichtet, liturgische Geräte geputzt, wertvolle Gewänder gepflegt, Kerzen erneuert und vieles mehr. Um die Männer und Frauen, die den Dienst ehrenamtlich erledigen, für den Mesnerdienst auszubilden, wird seit dem Jahr 2004 im Vikariat Wien-Stadt einmal pro Jahr ein "Ausbildungskurs für ehrenamtliche Mesner/Mesnerinnen" veranstaltet. "Die Kurse sind immer voll belegt, und die Begeisterung an der Teilnahme hält an", berichtet Vikariatssekretär Bernhard Linse. Nun ist bereits der sechste Kurs in Planung.

Viel Arbeit, damit sich Menschen wohl fühlen

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Stefanie Fekete arbeitet bis zu 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich als Mesnerin.

"Ohne selber Insider zu sein und ohne die praktische Arbeit ist der Kurs nicht sinnvoll, da ist es gut, dass ich schon vorher sozusagen 'autodidakt' bei Pfarrer Gerhard Volk viel Praxis beim Helfen und auch beim selbständigen Arbeiten sammeln konnte. So hat der Kurs viel Wissenswertes geboten", berichtet Stefanie Fekete, die 2004 den ersten Kurs absolvierte und in der Pfarre St. Johann Nepomuk beinahe täglich ihren Dienst verrichtet. "Wir sind eine Gruppe von Frauen, die hier Mesnerinnendienste machen. Hierbei hat es einen Vorteil, dass wir schon Witwen sind, denn so haben wir die nötige Zeit für die Arbeit", betont Ingrid Kren, die zweite "im Mesnerbund" der Pfarre St. Johann Nepomuk.

Etwa 20 Stunden pro Woche sind die Frauen in der Kirche beschäftigt, dabei reicht die Arbeit von den Vorbereitungen für die Gottesdienste über den alltäglichen Blumenschmuck sowie zu Hochzeiten und Taufen. "Jeden Mittwoch haben wir offene Kirche, da ist die Kirche dann besonders schön geschmückt, denn die Menschen sollen sich bei uns wohl fühlen", erzählt Fekete von der wöchentlichen Arbeit beim Kircheschmücken.

Waschen & bügeln und liturgische Bücher

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Ingrid Kren bereitet die Paramente für den Gottesdienst vor.

Auch das Waschen und Bügeln der Altartücher, der Kelchwäsche und der Alben gehört zu den Mesneraufgaben. Bis zu drei Waschmaschinen voll wäscht und bügelt Stefanie Fekete pro Monat. Die Stunden hinter dem Bügelbrett hat sie noch nie zusammengezählt. "Allein die Ministrantengewänder brauchen wir nicht zu waschen, das machen die Eltern der Minis bei uns", zeigen sich die beiden Mesnerinnen stolz auf die Ministrantenmütter.

Der Mesnerkurs habe ihnen beiden viel an Information gebracht, denn alleine aus der Erfahrung der anderen könne man schon lernen, und bei den praktischen Teilen des Kurses kann man nur profitieren. "Besonders die Kleinigkeiten, die aus dem Leben gegriffen sind, und die Tipps dafür haben viele Sorgen genommen und so manche Arbeit leichter gemacht", betont Fekete.

Theorie und Praxis

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Nicht nur die Pflege und Reinigung der Geräte sondern auch das Wissen um die Feier ist wichtig.

Beim Mesnerkurs gehe es nicht alleine um die Pflege der Paramente oder die Reinigung der Altargefäße, sondern auch um einen theologischen und pastoralen Zugang zum Aufgabengebiet, erklärt Militärdekan Alfred Weinlich, der für die priesterliche Begleitung im Ausbildungsteam steht. "Wir versuchen, beim Kurs den Mesnerinnen und Mesnern das Geschehen auch vom Inhalt her zu erschließen", so Weinlich. Der praktische Teil sei der wichtigste Teil des Kurses: "Am Beispiel der Osterliturgie, die viel Arbeit für die Mesner bietet, zeigt sich, dass ein tieferer geistlicher Mitvollzug möglich ist, wenn alle Handgriffe sitzen. Denn vom Verstehen der Feier her erschließt sich jeder nötige Handgriff besser", betont Weinlich.

Besonders der praktische Umgang mit den verschiedenen liturgischen Büchern beeindruckte die beiden Mesnerinnen der Pfarre St. Johann Nepomuk, Ingrid Kren und Stefanie Fekete, denn "nur durch das Einmal-Kennen-Lernen und die praktische Übung kann man das Erlernte anwenden", betont Kren und schlägt bei der Vorbereitung für die Abendmesse zielsicher den richtigen Tag auf. Den Kurs würden sie jedenfalls allen sehr empfehlen, die ihre Aufgabe als ehrenamtliche/r Mesner oder Mesnerin gut machen wollen.

Der nächste Kurs im Vikariat Wien-Stadt beginnt am 24. Jänner 2009, anmelden kann man sich noch bis 15. Dezember 2008 im Vikariatssekretariat bei Irmgard Probst, Tel 01-515 52-3438.

Anmeldeformular zum Download

(red)

10.09.2008


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