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Männer müssten lernen, ihr Leben zur Sprache zu bringen, über sich
selbst, ihre Gefühle und Unsicherheiten zu reden, sagt Franz Vock. Sie darin
zu ermutigen und "in Bewegung" zu bringen, sieht die KMB Wien unter anderem
ihre Aufgabe.
Was sind Ihre Aufgaben als Diözesansekretär der KMB-Wien?
Franz Vock möchte "ausgehend von den Hoffnungen und Bedürfnissen der Männer das Profil der KMB schärfen."
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Franz Vock: Viele Männer spüren, dass die alten, oft in der
Herkunftsfamilie erlernten, männlichen Verhaltensmuster nicht mehr taugen.
Analog zur Entwicklung der Frauen in unserer Gesellschaft haben die Männer
genauso begonnen, sich auf den Weg zu machen, um mit den gesellschaftlichen
Herausforderungen unserer Zeit entsprechend umgehen zu können.
Meine Aufgabe ist es, am Puls der Zeit zu sein und ausgehend von den
Hoffnungen und Bedürfnissen der Männer das Profil der KMB zu schärfen und
die emanzipatorische Männerarbeit in der KMB und in der Diözese weiter zu
entwickeln.
Worin sehen Sie die größte Herausforderung?Franz Vock: Viele Männer lassen sich vom
Leistungsdruck unserer Gesellschaft dominieren, funktionieren wie Maschinen
und vergessen dabei zu leben. Wenige Männer haben es gelernt, das eigene
Leben zur Sprache zu bringen, von sich selbst, den persönlichen
Fragestellungen, Gefühlen oder Unsicherheiten zu reden.
In einer "weiblichen" Kirche, wo in der Regel Männer vorstehen oder
Leitungspositionen besetzen, stellt sich die Frage: Warum gibt es durch die
Kirche und die Pfarren derart wenige Angebote
für Männer? Mein kurzer Hinweis bei der 2. Diözesanversammlung, es ist
wichtig, Wege zu finden, wie die Seele der Männer genährt werden kann,
führte spontan zu zahlreichen positiven Reaktionen. Einer sagte: "Danke,
dass du für die Männer eine Lanze gebrochen hast."
Was bietet die KMB dem Mann von heute? Der "Männertag" ist eines der vielen Angebote der KMB zur Steigerung der persönlichen Lebensqualität.
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Franz Vock: Unserer Homepage www.kmbwien.at beginnt mit dem Satz: "Die
KMB greift auf, was Männer bewegt." In diesem Sinne bietet die KMB dem Mann
von heute zeitgemäße Module zur Steigerung der persönlichen Lebensqualität –
beginnend vom Männermagazin "Y", über Seminare zu "Männerfreundschaft",
"Männerkarenz", "Identitätssuche des Mannes", der "Vereinbarkeit von Beruf,
Familie und gesellschaftlichem Engagement", Väterworkshops, Vater-Kind
Wochenenden, bis hin zu "Tagen der Einkehr", dem "Wagnis zur Stille",
Abenden des Gebetes, dem Austausch in Glaubensfragen, Männerwallfahrten,
-messen, oder Erfahrungen von Männergemeinschaft.
Ebenso ist die KMB ein Sprachrohr für Männerfragen und –anliegen. Sie
bringt aber auch Männer entsprechend ihren Kompetenzen z. B. bei Bedarf in
baulichen, organisatorischen oder finanziellen Angelegenheiten gezielt in
Bewegung. Einzelne Gruppen sind gesellschaftspolitisch aktiv.
Was motiviert Sie, für die Kirche zu arbeiten?Franz Vock: Die Kirche bietet mir eine Gelegenheit, mit
Gleichgesinnten Brücken zwischen Arm und Reich, Jung und Alt, Männern und
Frauen, Menschen verschiedener Generationen, Berufe und Kulturen zu bauen
und an der Entwicklung einer menschenwürdigeren Gesellschaft mitzuwirken.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Zur Person:
Franz Vock wurde in Hohenruppersdorf im Weinviertel geboren, ist
verheiratet und Vater von drei Kindern (11, 13, 15 Jahre). Er lebt in
Wien-Hütteldorf. Nach dem Besuch des "Francisco-Josephinums" in Wieselburg
und dem 1. Diplom an der Uni Wien in Volkswirtschaftslehre und Soziologie
hat er in Salzburg und Innsbruck Theologie studiert (Mag. theol.), ehe er
das Studium der Politikwissenschaft und Psychologie zum Dr. phil.
absolvierte.
Bereits während des Studiums hat Vock mehrere pastorale Tätigkeiten
wahrgenommen. Von 1992 bis 1998 war er Diözesansekretär der KMB Wien. Es
folgten verschiedene Projektarbeiten. In den letzten zehn Jahren war er in
der AKH Seelsorge in mehreren Bereichen tätig. Mit März 2010 hat er erneut
die Aufgabe des Diözesansekretärs der KMB Wien übernommen.
(ag)
07.05.2010
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