Impulse Thema Panorama Menschen Newsletter Kontakt

 RSS, ATOM
 Druckansicht
”Ich bin für die da, die mich brauchen“
© thema kirche

Sr. Petra Weiß, seit 50 Jahren Salvatorianerin, sorgt sich um die Priester, die schon in Pension sind oder die aus Krankheitsgründen Hilfe benötigen.

”thema kirche“ besuchte Sr. Petra in ihrem kleinen Büro nahe dem Stephansplatz. ”Meine erste Aufgabe ist das Zuhören“, erzählt sie,”und das Kennenlernen der Priester vor Ort.“ Die Salvatorianerin hat sich gleich am Beginn ihrer Tätigkeit eine Liste aller Priester in der Erzdiözese Wien gemacht, die in Pension sind – das sind immerhin 160 – und das ganze Gebiet dann in sechs Regionen geteilt.

Feinfühlige Zuhörerin

Nach und nach besucht Sr. Petra nun einen Priester nach dem anderen in seinem Pfarrhof oder in seiner Wohnung und versucht durch ”feinfühliges Zuhören“ herauszufinden, was der Priester braucht.
”Manche Priester sind noch sehr rüstig, gut integriert und helfen oft noch aus. Über diese Priester freue ich mich, aber sie brauchen mich nicht in erster Linie.“ Sr. Petra Weiß ist sehr angewiesen auf Informationen von Dechanten oder Mitgliedern im PGR: ”Wenn ein Priester im Krankenhaus liegt, ist es wichtig, dass ich das erfahre. Bei meinen Besuchen sage ich oft zu den Leuten: ’Bitte rufen Sie mich an!‘ Die Besuche im Krankenhaus sind neben den Besuchen vor Ort meine wichtigste Aufgabe.“

Thema "Pflege"

© thema kirche
Wird ein Priester pflegebedürftig, ist Sr. Petra Ansprechpartnerin für Krankenhäuser und sucht im Bedarfsfall auch einen geeigneten Pflegeplatz.

Dabei nimmt das Thema Pflege einen wichtigen Stellenwert ein: ”Wie in normalen Familien ist es auch bei Priestern ein sehr sensibler Bereich. Viele Priester haben ihr Leben lang alleine gelebt und sollen nun Hilfe in Anspruch nehmen.“ Sr. Petra hat bisher noch in jedem Fall eine gute Lösung für den Betreffenden gefunden: ”Wo es Verwandte gibt, werden die natürlich in alle Entscheidungen miteinbezogen. Manche nehmen den Priester dann auch gerne in ihre Familien auf – das ist natürlich immer die beste Lösung.“
Wenn das nicht der Fall ist, ist Sr. Petra Ansprechpartnerin für Krankenhäuser und sucht im Bedarfsfall auch einen geeigneten Pflegeplatz für den Priester. ”Oft geht es auch um ganz praktische Dinge. Gibt es jemanden, der dem Priester das Essen bringen kann oder der bei ihm aufräumen kann? Oft bedarf es nur ein paar Gesprächen mit dem PGR, aber diese Gespräche müssen halt geführt werden.“
Wenn bei Priestern die letzte Lebensphase anbricht, ist Sr. Petra Weiß wieder gefragt. ”Wenn ein Priester niemanden hat, bin ich auch für die Formalitäten der Bestattung und der Verlassenschaft zuständig oder für das Organisieren der Wohnungsräumung. Das kommt aber sehr selten vor, im letzten Jahr war das zwei Mal der Fall. Gerade gestern ist wieder ein Priester gestorben, den ich vor drei Tagen noch besucht habe.“

Priestertreffen "Konveniat"

Im Herbst gab es auf Initiative von Sr. Petra hin ein Treffen von Priestern aus drei Dekanaten in der UNO-City-Kirche in Wien. ”Weihbischof Turnovszky gab dem Treffen den Titel Konveniat.“ Dahinter stand eine ganz einfache Idee: ”Ich dachte mir, es gibt so viele Priester, denen es noch gut geht, die aber schon in Pension sind. Die haben ja Zeit und freuen sich über den Kontakt. Die Priester haben sich köstlich unterhalten.“ Für Herbst ist ein nächster Termin mit Priestern aus anderen Dekanaten geplant.

Sorge für den ganzen Menschen

Geboren ist Sr. Petra in der Südost-Steiermark, einem”Mistbeet für geistliche Berufe. Als Kind dachte ich, die Priesterweihe gehört zum Jahreskreis dazu, da in unserem Ort jedes Jahr Primiz gefeiert wurde.“ Sr. Petra ist sehr jung bei den Salvatorianerinnen eingetreten. "Mich begeisterte der Leitspruch unserer Ordensgründer: Unsere Sorge gilt immer dem Heil des ganzen Menschen“, sagt sie. Seele und Leib sind wichtig und gehören untrennbar zusammen.

Freude an der Aufgabe

Über sich selbst spricht Sr. Petra Weiß nicht sehr gerne. In ihrem Leben hat sie schon viele verschieden Dinge gemacht: Zuerst war sie Kindergärtnerin und Erzieherin im 22. Bezirk in Wien, danach war sie fünf Jahre bei schwer erziehbaren Jugendlichen in Oberösterreich, dann neun Jahre Provinzoberin und später 13 Jahre lang Heimleiterin in einem Wohnheim in Pitten. Seit drei Jahren lebt sie von Samstag bis Montag in Bratislava, wo es nun eine kleine internationale Gemeinschaft der Salvatorianerinnen gibt.
”In dem letzten Jahr, wo ich nun intensiv mit Priestern arbeite, ist es mir noch nie passiert, dass ein Priester nicht wollte, dass ich komme“, erzählt Sr. Petra strahlend: ”Es ist einfach eine wunderschöne Aufgabe, für Menschen da zu sein. Ich kann zwar keinen Besuch des Kardinals ersetzen, aber ich komme in seinem Auftrag und möchte denen dienen, die mich brauchen.“

(smi)

09.06.2010


 Druckansicht

Zurück
 
Aktuelle Informationen
Hildegard Burjan ist selig

Mit der Verlesung des päpstlichen Seligsprechungsdekretes durch Kardinal Amato ist die Gründerin der Caritas Socialis "zur Ehre der Altäre" erhoben. Der Gedenktag ist der 12. Juni. Mehr...

Symposion "Kostbares Alter"

"Was ist uns das Alter wert?" – diese Frage steht im Zentrum des Symposions der Altenpastoral 2012 von 29. Februar bis 2. März 2012 in St. Pölten.

  Mehr ...
Studientag "Chancen zur Versöhnung?"

"Die Kirche und die wiederverheirateten Geschiedenen" sind das Thema eines Studientages mit Eberhard Schockenhoff am 1. Februar 2012 im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg.

  Mehr ...
Winterferien mit dem Familienverband

"Gastfreundschaft, die von Herzen kommt!" lautet das Motto bei der 31. Winterwoche des Katholischen Familienverbandes Österreichs in Wildschönau in Tirol.

  Mehr ...
Erzdiözese Wien auf Facebook

"Zeigen wir als Kirche der online-Welt ein frohes Gesicht."

  Mehr ...
Impulse für den Weg der Trauer

Das Buch "… Leben … Tod … Leben …" von Theresia Kronberger bietet Vorschläge zur Gestaltung von Abendandachten, Begräbnissen
und Gedenkfeiern.

  Mehr ...
"thema kirche" lesen - aber wie?

Das Online-Portal der Mitarbeiter/innenzeitung der Erzdiözese hat bereits mehr als 8.100 Empfänger. Ohne eigenen PC kann man es nicht bekommen, oder etwa doch?

  Mehr ...
 
  Meinung














 
Impulse - Thema - Panorama - Menschen - Newsletter - Service - Über thema kirche