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”thema kirche“ besuchte Sr.
Petra in ihrem kleinen Büro nahe dem Stephansplatz. ”Meine erste Aufgabe ist
das Zuhören“, erzählt sie,”und das Kennenlernen der Priester vor Ort.“ Die
Salvatorianerin hat sich gleich am Beginn ihrer Tätigkeit eine Liste aller
Priester in der Erzdiözese Wien gemacht, die in Pension sind – das sind
immerhin 160 – und das ganze Gebiet dann in sechs Regionen
geteilt.
Feinfühlige ZuhörerinNach
und nach besucht Sr. Petra nun einen Priester nach dem anderen in seinem
Pfarrhof oder in seiner Wohnung und versucht durch ”feinfühliges Zuhören“
herauszufinden, was der Priester braucht.
”Manche Priester sind noch sehr rüstig, gut integriert und helfen oft noch
aus. Über diese Priester freue ich mich, aber sie brauchen mich nicht in
erster Linie.“ Sr. Petra Weiß ist sehr angewiesen auf Informationen von
Dechanten oder Mitgliedern im PGR: ”Wenn ein Priester im Krankenhaus liegt,
ist es wichtig, dass ich das erfahre. Bei meinen Besuchen sage ich oft zu
den Leuten: ’Bitte rufen Sie mich an!‘ Die Besuche im Krankenhaus sind neben
den Besuchen vor Ort meine wichtigste Aufgabe.“
Thema "Pflege"
Wird ein Priester pflegebedürftig, ist Sr. Petra Ansprechpartnerin für Krankenhäuser und sucht im Bedarfsfall auch einen geeigneten Pflegeplatz.
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Dabei nimmt das Thema Pflege einen wichtigen Stellenwert ein: ”Wie in
normalen Familien ist es auch bei Priestern ein sehr sensibler Bereich.
Viele Priester haben ihr Leben lang alleine gelebt und sollen nun Hilfe in
Anspruch nehmen.“ Sr. Petra hat bisher noch in jedem Fall eine gute Lösung
für den Betreffenden gefunden: ”Wo es Verwandte gibt, werden die natürlich
in alle Entscheidungen miteinbezogen. Manche nehmen den Priester dann auch
gerne in ihre Familien auf – das ist natürlich immer die beste
Lösung.“
Wenn das nicht der Fall ist, ist Sr. Petra Ansprechpartnerin für
Krankenhäuser und sucht im Bedarfsfall auch einen geeigneten Pflegeplatz für
den Priester. ”Oft geht es auch um ganz praktische Dinge. Gibt es jemanden,
der dem Priester das Essen bringen kann oder der bei ihm aufräumen kann? Oft
bedarf es nur ein paar Gesprächen mit dem PGR, aber diese Gespräche müssen
halt geführt werden.“
Wenn bei Priestern die letzte Lebensphase anbricht, ist Sr. Petra Weiß
wieder gefragt. ”Wenn ein Priester niemanden hat, bin ich auch für die
Formalitäten der Bestattung und der Verlassenschaft zuständig oder für das
Organisieren der Wohnungsräumung. Das kommt aber sehr selten vor, im letzten
Jahr war das zwei Mal der Fall. Gerade gestern ist wieder ein Priester
gestorben, den ich vor drei Tagen noch besucht habe.“
Priestertreffen "Konveniat"Im
Herbst gab es auf Initiative von Sr. Petra hin ein Treffen von Priestern aus
drei Dekanaten in der UNO-City-Kirche in Wien. ”Weihbischof Turnovszky gab
dem Treffen den Titel Konveniat.“ Dahinter stand eine ganz einfache Idee:
”Ich dachte mir, es gibt so viele Priester, denen es noch gut geht, die aber
schon in Pension sind. Die haben ja Zeit und freuen sich über den Kontakt.
Die Priester haben sich köstlich unterhalten.“ Für Herbst ist ein nächster
Termin mit Priestern aus anderen Dekanaten geplant.
Sorge für den ganzen MenschenGeboren ist Sr. Petra in der
Südost-Steiermark, einem”Mistbeet für geistliche Berufe. Als Kind dachte
ich, die Priesterweihe gehört zum Jahreskreis dazu, da in unserem Ort jedes
Jahr Primiz gefeiert wurde.“ Sr. Petra ist sehr jung bei den
Salvatorianerinnen eingetreten. "Mich begeisterte der Leitspruch unserer
Ordensgründer: Unsere Sorge gilt immer dem Heil des ganzen Menschen“, sagt
sie. Seele und Leib sind wichtig und gehören untrennbar zusammen.
Freude an der AufgabeÜber
sich selbst spricht Sr. Petra Weiß nicht sehr gerne. In ihrem Leben hat sie
schon viele verschieden Dinge gemacht: Zuerst war sie Kindergärtnerin und
Erzieherin im 22. Bezirk in Wien, danach war sie fünf Jahre bei schwer
erziehbaren Jugendlichen in Oberösterreich, dann neun Jahre Provinzoberin
und später 13 Jahre lang Heimleiterin in einem Wohnheim in Pitten. Seit drei
Jahren lebt sie von Samstag bis Montag in Bratislava, wo es nun eine kleine
internationale Gemeinschaft der Salvatorianerinnen gibt.
”In dem letzten Jahr, wo ich nun intensiv mit Priestern arbeite, ist es mir
noch nie passiert, dass ein Priester nicht wollte, dass ich komme“, erzählt
Sr. Petra strahlend: ”Es ist einfach eine wunderschöne Aufgabe, für Menschen
da zu sein. Ich kann zwar keinen Besuch des Kardinals ersetzen, aber ich
komme in seinem Auftrag und möchte denen dienen, die mich
brauchen.“
(smi)
09.06.2010
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