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"Die Kirchenmusik hat mein Leben seit meinem zehnten Lebensjahr
vollkommen geprägt", erzählt der neue Direktor des Diözesankonservatoriums
für Kirchenmusik, Wolfgang Reisinger. Im September tritt er seine neue
Position an. Als Kind habe er nur "eineinhalb Lieder begleiten können", und
viel zu früh gespielt, aber trotzdem im Gottesdienst die Gemeinde begleitet.
Erst nach der Matura habe er sich entschieden die Musik zum Beruf zu machen.
"So war ich das 'schwarze Schaf' in einer eher unmusikalischen Familie",
sagt er schmunzelnd.
Die Kirchenmusiklaufbahn für den 1964 in Wien geborenen Musiker begann
schließlich 1980, als das Wiener Diözesankonservatorium gegründet wurde.
"Somit bin ich einer, der die Schule aus allen Blickwinkeln kennt, als
Schüler, als Lehrer und jetzt als Direktor."
Organist, Chorleiter und Komponist
"Musik hat einen Auftrag zur Verkündigung", sagt Wolfgang Reisinger.
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Kirchenmusik sei von besonderer Bedeutung, weil Musik im Gottesdienst etwas
bewegen könne. "Die Kirchenmusik ist ein Teil der Torte, nicht bloß das
Schlagobers", betont Reisinger. Kirchenmusik habe einen besonderen Auftrag
und könne Menschen begeistern. "Die Musik bekennt sich zu einem emotionalen
Zugang zum Gottesdienst und hat dazu noch den Auftrag zur Verkündigung",
betont Reisinger.
Im Lauf seines Lebens habe sich musikalisch viel eröffnet: "Ich habe als
Organist begonnen, dann als Chorleiter und schließlich mich als Komponist
betätigt." Frucht dieser Kompositionstätigkeit ist unter anderem der "Grazer
Psalter". Alle 85 Antwortpsalmen aus dem Gottesdienst hat Reisinger für
Orgel, Solostimme und Gemeinde vertont. "Wir wollten etwas Anspruchsvolles
machen, denn Musik braucht hohe Qualität", betont er. Jetzt sei auch ein
"Wiener Psalter" geplant, bei dem die Psalmvertonung mit Solo-Instrument und
zwei- und dreistimmigen Vertonungen Platz finden sollen.
Arbeit an der Basis und EU-weit Gemeinsam mit Gerhard Rehor startete Reisinger die "Wiener Orgelkonzerte".
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Für die Schule am Stock-im-Eisen-Platz in Wien hat Reisinger ambitionierte
Pläne. So solle jede Pfarre wissen, "dass es diese Schule gibt und dass die
Ausbildung hier wertvoll und gut ist. Das zeigt nicht zuletzt die Qualität
der Absolventen". Die Schulzweige "Orgel", "Neues geistliches Lied" und
"Lied - Messe - Oratorium" möchte Reisinger noch enger miteinander
verquicken und durch Praktikumspfarren mehr an die pfarrliche Basis binden.
"Dazu bin ich bereits mit unserem Generalvikar Franz Schuster im Gespräch."
Aber auch international möchte Reisinger das Kirchenmusikkonservatorium
verankern und in das EU-Comenius-Projekt integrieren.
Gefragt nach seinem Lieblingslied aus dem Gotteslob, schlägt der
Kirchenmusiker schnell die Nummer 621 auf, ein Lied von Huub Oosterhuis und
Bernhard Huijbers, das einfach eine sehr gute Beziehung zwischen Text und
Musik schaffe.
(gr)
02.07.2010
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