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Taufen, Wortgottesdienste und Begräbnisse leiten, Trauungen durchführen,
Andachten und Segnungen halten, Kranke besuchen sind u. a. Aufgaben des
Ständigen Diakons. Vor vierzig Jahren, am Fest des hl. Stephan (26.12.)
1970, wurden in der Erzdiözese Wien erstmals zehn Diakone
geweiht.
Jubiläumsjahr 2010
"Die Diakone wirken dort, wo die Kirche nach außen tritt", sagt Franz Ferstl, Leiter des Institutes für den Ständigen Diakonat.
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Das Jubiläumsjahr 2010 begehen die Diakone mit mehreren Veranstaltungen,
u. a. mit einer Wallfahrt nach Brünn am 22. Mai und einer Festakademie im
Erzbischöflichen Palais am 26. Oktober 2010. Am 26. Dezember wird im
Stephansdom ein Festgottesdienst im Gedenken an die verstorbenen Diakone
gefeiert. Eine Festschrift - "Diakonale Vielfalt" - setzt sich mit der
Identität der Diakone und ihrem Beitrag für die Kirche auseinander. Im Mai
2010 startet zudem eine Plakatserie über das Diakonat mit Bildern aus einem
Fotowettbewerb.
Rahmenordnung vom Vatikan genehmigt
Vor kurzem hat die vatikanische Bildungskongregation eine von der
Österreichischen Bischofskonferenz erarbeite Rahmenordnung für den ständigen
Diakonat genehmigt. Auch die Ausbildungs- und Weiterbildungsordnung wurde
damit approbiert. Die Institution des Ständigen Diakonats ist so auf eine
solide Grundlage gestellt.
Vom Landwirt bis zum Manager Johannes Fichtenbauer: "Die lange Ausbildung ist notwendig. Die Kandidaten müssen sich im Leben bewährt haben."
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In Österreich gibt es derzeit 688 Diakone, 171 davon in der Erzdiözese
Wien. 53 Seminaristen absolvieren im Moment die berufsbegleitende Ausbildung
zum Diakon im Institut für den Ständigen Diakonat in der Wiener
Boltzmanngasse. Der Bildungsweg dauert mit theoretischem und praktischem
Teil acht Jahre. "Dieser lange Ausbildungsweg ist notwendig. Die Kandidaten
müssen sich im Leben bewährt haben", sagt Ausbildungsleiter Johannes
Fichtenbauer im Gespräch mit "thema kirche". Unter den Bewerbern finden sich
Männer aus allen Berufsgruppen: von Landwirten über Manager bis zu
Uni-Professoren.
"Diakone bringen das Familiäre ein"
Franz Ferstl: "Die Diakone bringen das Familiäre in die Kirche ein."
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Die Ehefrauen und Kinder werden in den Ausbildungsweg miteinbezogen. Dass
Diakone verheiratet sein dürfen, ist nicht selbstverständlich - noch beim
II. Vatikanum wurde heftig darum gestritten. "Die Diakone bringen das
Familiäre in die Kirche ein", sagt Diakon Franz Ferstl, Leiter des Instituts
für den Ständigen Diakon. "Die Diakone wirken dort, wo die Kirche nach außen
tritt: in der Kategorialen Seelsorge, in der Ökumene, aber auch in der
Gesellschaftspolitik", so Ferstl. Johannes Fichtenbauer sieht in den
Diakonen "ein neues Potenzial für die Kirche". Sie seien keine
Ersatzpriester.
Klar sei aber auch, dass es unter den derzeitigen Diakonen "verheiratete,
bewährte Männer" (viri probati) gebe, die in sich die Berufung zum
Priesteramt verspüren. "Die Kirche würde sich den Marsch durch die
Geschichte erleichtern, wenn sie diese Männer weihen würde", meint
Fichtenbauer.
Frauen als Diakoninnen
Eine seit dem II. Vatikanum permanent geführte Debatte ist jene über das
Frauen Diakonat. In der Ostkirche gab es bis ins 5. Jahrhundert Diakoninnen.
Diese galten in der Frauenseelsorge als unersetzlich. "Kein Mann hätte nach
den vorherrschenden gesellschaftlichen Vorstellungen die Ganzkörper-Taufe
einer nackten Frau vornehmen können", weiß Fichtenbauer. In der westlichen
Kirche gab es bis ins 5./6. Jahrhundert so genannte "Diakonissen". Dieses "Amt" sei aber keiner
Ordination gleichgekommen und eher mit der Einsegnung einer Äbtissin
vergleichbar gewesen. Leibfeindliche Tendenzen, aber auch die Anpassung der
Kirche an weltliche Strukturen führten schließlich dazu, dass das Diakonat
der Frau verschwand. "Das ist eine hoch bedauerliche Entwicklung", betont
Fichtenbauer: "Durch das Aussterben des weiblichen Klerus vermissen wir bis
heute ein wesentliches Element."
Die Ehefrauen werden in den diakonalen Weg ihres Mannes intensiv mit
eingebunden. "Diakone haben die niedrigste Scheidungsrate unter allen
Berufsgruppen", freut sich Franz Ferstl.
(red)
07.05.2010
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