Auf Kardinal Christoph Schönborns Initiative wurde am 24. Juni 2010 im Wiener Erzbischöflichen Palais das neue Kardinal-König-Archiv eröffnet. Auch Bundespräsident Heinz Fischer war anwesend. Die neuen Räumlichkeiten sollen nicht "nur" ein Archiv sein, sondern sind auch Sitz der Kardinal-König-Stiftung sowie als Veranstaltungsort für offene Gespräche gedacht.
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2.100 Archivkartons müssen archiviert werden, darunter erzbischöfliche Dokumente, Akten zu "Pro Oriente", Bestände des Europäischen Hilfsfonds, Akten über das Zweite Vatikanische Konzil und vieles mehr. Noch nicht alle Dokumente konnten bisher gesichtet werden. Wichtig sei es, alte Fotokopien, die schon langsam verblassen, zu retten und zu erhalten, betont die Leiterin des Kardinal-König-Archivs, Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl. Ein Ziel sei es, Mikroverfilmungen und ausgewählte Dokumente auf die Internet Seite zu stellen. In den kommenden Jahren würden zuerst die schriftlichen und mündlichen Reden des verstorbenen Kardinals archiviert und digitalisiert. "Kardinal König war es immer wichtig, einen persönlichen Nenner in jeder Rede zu finden. Das wird sich auch, glaube ich, in den Aufzeichnungen zeigen", sagt Fenzl.
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Das Kardinal-König-Archiv gehört zum Diözesanarchiv, wird aber nicht öffentlich zugänglich sein. Einen vorläufigen Katalog gibt es bereits, ein ausführlicher wird frühestens in fünf Jahren existieren. Nach der Eröffnung besteht die Möglichkeit, nach Anfrage bei Annemarie Fenzl, Einblicke ins Archiv zu bekommen. Viele Akten stehen allerdings noch unter Verschluss.
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Zu Beginn birgt das Kardinal-König-Archiv einen kleinen Arbeitsraum für eine Person, anschließend eröffnet sich ein langer Raum mit einem großen Tisch für 16. Personen. Rechts steht eine Bücherwand mit vielen Büchern aus dem Büro des Kardinals. Am Ende des Saales gibt es eine Vitrine mit persönlichen Gegenständen von Franz König. "Seine Brille, Wanderschuhe, das VOEST-Brustkreuz, verschiedene Talare und noch einige andere Sachen sind hier zu finden," schildert Annemarie Fenzl das Mini-Museum. Dahinter beginnt das eigentliche, zweistöckige Archiv. Durch einen Gang über dem Saal wird das Arbeitszimmer mit dem oberen Archivraum verbunden.
Annemarie Fenzl freut sich über die Initiative von Kardinal Christoph Schönborn: "Es ist sicher ein Anliegen vieler Menschen, mehr über Kardinal König zu erfahren." Wolfgang Moser, zweiter Zeremoniär von Kardinal Schönborn, arbeitet ebenfalls an diesem Projekt. "Kardinal König wäre dieses wunderschöne Archiv sicher peinlich. Mir persönlich ist es aber wichtig, das Leben des Kardinals lebendig zu machen", betont die Archivleiterin Fenzl. Architektonisch sind die Räume als eine große Brücke in der Mitte des Palais zu verstehen - ganz im Sinne der Worte Kardinal Königs: "Wer die Mitte behält, behält die Menschlichkeit".
(gg)