Pfarrverbände, Seelsorgeräume, Teampfarren - in der Erzdiözese Wien
werden bereits mehrere neue Pfarrmodelle erprobt. APG-Projektleiterin Andrea
Geiger: "Wir müssen uns die Fragen stellen, in welche Richtung wir gehen
wollen und, welche Pfarren anfangen möchten, Neues auszuprobieren. Auch die
Frage, wo wir Ballast abwerfen können, muss diskutiert werden."
Die Zukunft unserer (Pfarr)Gemeinden beschäftigt alle. "Daran müssen wir
intensiv gemeinsam arbeiten", betont Kardinal Christoph Schönborn in seinem
Einladungsbrief zum Studientag am 18. September 2010. Der Tag in der Aula
der Wissenschaften im Zentrum Wiens steht unter dem Motto "… sie zündeten
ein Feuer an …" (Apg 28,2).
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"Gefragt sind Mitdenken und das Einbringen von Erfahrungen", betont Andrea Geiger im Gespräch mit "thema kirche". Der Studientag wird sehr offen gestaltet. Nach einführenden Statements, gibt es einen Austausch zur Frage "Wie wollen wir unsere Gemeinde- Erfahrungen auf einen guten Weg in die Zukunft bringen?". Als Referent wird u. a. Christoph Jacobs den Tag begleiten. Er ist Priester, Pastoralpsychologe und Professor für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie am Priesterseminar in Paderborn. Gemeindepfarrer Helmut Schüller spricht zum Thema "Gemeinden als Missionsstationen". Das Ehepaar Elisabeth und Martin Fenkart, Leiter der katholischen Gemeinschaft Emmanuel in Österreich, gibt Einblicke in die Struktur der Gemeinschaft Emmanuel, in der Laien leiten und Priester Mitglieder sind. Kardinal Christoph Schönborn wird das Abschlussstatement halten.
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Die Teilnehmer/innen/zahl wurde mit 200 begrenzt: Die Einladung zum Studientag erging u. a. an alle Vikariatsräte, die Mitglieder des Konsistoriums, alle Dechanten, die Vorstände von Priester-, Pastoral- und Diakonenrat und die Vertretungen anderer kirchlicher Gruppierungen. Alle anderen Delegierten der Diözesanversammlungen sind eingeladen, sich mit Anliegen an einen Vertreter dieser Gruppen zu wenden oder sich schriftlich einzubringen. "Bei der dritten Diözesanversammlung im Oktober wird ein Abend dem Thema ‘Gemeinde’ speziell gewidmet sein, und es wird die Möglichkeit geben, sich einzubringen", teilt Andrea Geiger mit.
"Im Zentrum des Gemeindetages soll ein gemeinsames Nachdenken darüber
stattfinden, was die Begriffe ‘Gemeinde’ und ‘Pfarre’ für uns heute
eigentlich bedeuten - im biblischen, ekklesiologischen, aber auch im
verwaltungstechnischen Sinn", erklärt Andrea Geiger. "Pfarre" würde als
Verwaltungsbereich gesehen, wo viele Dinge zusammenlaufen, "Gemeinde" würde
eher biblisch aufgefasst. Auch die Geschichte und Entwicklung des
Pfarrsystems, wie es in der Erzdiözese Wien besteht, zu betrachten, könne
hier den Blick klären.
Für Andrea Geiger sind die Frage der Gemeinden und die Frage der Glaubensverkündigung eng miteinander verknüpft. Die Bibelstelle "… sie zündeten ein Feuer an …" (Apg 28,2) wurde bewusst als Motto für den Gemeindetag ausgesucht: Sie erzählt von der Strandung des Paulus und seiner Gefährten auf der Insel Malta: Die heidnischen Inselbewohner sind es, die Paulus freundlich aufnehmen und für sie ein Feuer anzünden. Paulus verdankt letztlich auch dem heidnischen Hauptmann sein Leben und gelangt heil nach Rom. "Wenn wir uns ein Stück weit auf diese Welt einlassen, können wir darauf vertrauen, dass Gott schon dort ist", sagt Andrea Geiger. Das mache Mut - auch für den Weg der Neustrukturierung der Gemeinden.
(ag)