Die Telefonseelsorge Österreich organisiert gemeinsam mit dem Internationalen Verband der Telefonseelorge-Dienste den 18. IFOTES-Kongress (International Federation of Telephone Emergency Services). "Von 10. bis14. Juli kommen 1.100 fast ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Notrufeinrichtungen aus 25 Ländern an der Uni Wien zusammen", sagt Marlies Matejka, die Obfrau der Telefonseelsorge in Österreich und Projektleiterin bei der Kongress-Vorbereitung, im Gespräch mit "thema kirche".
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"Das Thema Gewalt nimmt einen großen Teil der Gespräche am Telefon ein",
erzählt Maria R., die seit dem Jahr 2000 als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei
der Telefonseelsorge arbeitet. Dabei geht es um Gewalt gegen die eigene
Person, wie auch um Gewalt in Beziehungen und strukturelle Gewalt.
Telefonseelsorge ist nichts für Menschen, die gerne im Rampenlicht stehen.
"Die Kollegen und Kolleginnen in allen Mitgliedsländern führen mehr als fünf
Millionen Gespräche jährlich", berichtet Matejka: "Sie tun es im Stillen,
sichern allen Anruferinnen und Anrufern Vertraulichkeit zu und nehmen damit
eine verantwortungsvolle Aufgabe im Dienst der betroffenen Menschen und der
Gesellschaft wahr."
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Maria R. ist über einen Bekannten in der Pfarre zur Telefonseelsorge
gekommen. Da ihre Kinder schon größer waren, suchte sie nach einer
sinnvollen Betätigung, die mit Menschen zu tun hat. "Wäre das nicht was für
dich? So sprach mich der Bekannte an. Du kannst so gut zuhören und dich in
Menschen einfühlen. Nach einer längeren Überlegungsphase entschied ich mich,
den Kurs zu machen."
Für Maria R. ist der größte Gewinn ihrer Arbeit, dass sie sich durch das
Anhören von Problemen anderer auch immer aktiv mit ihrer eigenen Geschichte
auseinander setzt: "Man ist immer gezwungen, bestimmte Situationen zu
überdenken, bevor man anderen etwas raten kann. Manchmal gelingt es mir,
Menschen neue Perspektiven zu zeigen. Das ist dann ein gutes Gefühl." Die
begleitende Supervision ist für Maria R. sehr wichtig. "Wir sprechen über
Situationen, in denen wir unsicher waren, was wir antworten sollen." Das
Weiterleiten an Beratungsstellen oder Sozialämter ist auch eine wichtige
Aufgabe der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen: ”Manchmal wissen die Menschen
nicht, an wen sie sich wenden können und rufen deshalb einmal bei uns
an."
Aus Erfahrung wissen wir, dass schon das Zuhören alleine heilsam ist", sagt
Marlies Matejka: "Ehrliches, einfühlsames und respektvolles Zuhören ist die
Grundlage unseres Angebots. Vielleicht ist aufmerksames Zuhören – besonders
in Krisenzeiten – auch eine Basis, um Gewalt zu verringern. Daher kommt auch
der Titel für den Kongress in Wien."
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Alle drei Jahre veranstaltet IFOTES gemeinsam mit einer nationalen Telefonseelsorge-Organisation einen internationalen Kongress. Die Ziele des Kongresses sind der Austausch von Erfahrungen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Weiterbildung durch Vorträge und Seminare, die qualitative Verbesserung der Arbeit am Telefon und die Stärkung der Motivation der Ehrenamtlichen.
"Persönlich freue ich mich schon sehr auf den Kongress", sagt Matejka: ”Es ist schon beeindruckend, dass ein 24-Stunden-Service, das gebührenfrei und vertraulich ist, mit so viel Engagement von so vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getragen wird. "Menschen aller Berufs- und Altersgruppen wählen die Nummer 142, um sich anonym etwas von der Seele reden zu können.
(smi)