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Mit älteren Menschen Gottesdienst feiern
© kathbild.at/Rupprecht

Die Veränderung von Seelsorgeeinheiten beeinflusst auch die Seniorenpastoral. Hanns Sauter vom Fachbereich Seniorenpastoral in der Erzdiözese Wien gibt in "thema kirche" Einblick in aktuelle Entwicklungen.

Lange Zeit konnte man "alt" gleichsetzen mit "arm", "krank" oder "gebrechlich" und das Alter als kurze Zeitspanne zwischen dem Ende des Erwerbslebens und dem Tod betrachten. Heute geht dies nicht mehr. Das Alter ist zu einem Lebensabschnitt geworden, der mehr als 20 Jahre umfassen kann und dabei von der ganzen Vielfalt des Lebens geprägt ist.

In der Werktagsmesse

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Die pfarrlichen Seniorenangebote liegen in der Regel in den Händen der ehren- oder hauptamtlichen Laienmitarbeiter.

Die "paar alten Leute", die die Werktagsmesse besuchen, ermöglichen der Gemeinde ihre Grundfunktion auszuüben: Gott zu loben und zu danken. Daher besteht weniger Grund zum Jammern über den schlechten Kirchenbesuch, als Grund zu Dankbarkeit und Wertschätzung! Dies zeigt sich im Bemühen, immer wiederkehrende Schwachstellen zu vermeiden: die unzureichende Beleuchtung, das schlecht eingestellte Mikrofon, das Herunterlesen von Texten, die an der Lebenswirklichkeit der Anwesenden vorbeigehen.

Der biografische Bezug im Gottesdienst

Die "bewusste und tätige" Feier des Gottesdienstes schließt die persönliche Auseinandersetzung mit dem Gottesdienstgeschehen ein. In der Seniorenpastoral wird die Bedeutung einer biografieorientierten Seelsorge - damit auch einer biografieorientierten Gottesdienstgestaltung - mehr und mehr erkannt. Was hat das Fest, was hat der Fest- gottesdienst mit meinem Leben zu tun? Um darüber zu sprechen, kommen der vorbereitende Seniorenkreis oder ein Team aus Senioren, Vertreter des Liturgiekreises und anderer Interessenten zusammen. Beginnend mit einer Besinnung auf den Inhalt des Festes, auf seinen Bezug zum Alltag werden dann die Gottesdienstelemente sowie die organisatorischen Einzelheiten. Alles zusammen bewirkt eine Feier, die "bewusst und tätig" ist und dazu auch einen katechetischen Effekt hat.

"Gottesdienst" kann nicht immer "Messe" sein

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Das Alter ist zu einem Lebensabschnitt geworden, der mehr als 20 Jahre umfassen kann.

Die Seniorenpastoral wird mehr und mehr zum Aufgabenfeld der Nichtpriester. Die pfarrlichen Seniorenangebote liegen in der Regel in den Händen der ehren- oder hauptamtlichen Laienmitarbeiter. Zunehmend gilt das auch für Gottesdienste, wobei hier allerdings die Diakone erwähnt werden müssen. Auch die Heimseelsorge wird zunehmend zur Aufgabe von nichtpriesterlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Dies bedeutet, dass Wort-Gottes-Feiern und andere nichteucharistische Gottesdienstformen zur Regel werden.

Gottesdienstfeier im Heim

Die Heimseelsorge ist derzeit in Bewegung. Auch in kleineren Ortschaften werden Seniorenheime und Einrichtungen des Betreuten Wohnens gebaut. Die seelsorgerliche Betreuung fällt in die Zuständigkeit der Pfarre, so dass einem Pastoralteam nun Aufgaben zuwachsen, die es bisher nicht ausfüllen musste. Auch in größeren Heimen ist der klassische Heimseelsorger kaum mehr anzutreffen. Die Bindung der Heimbewohner an die Kirche oder eine Pfarrgemeinde schwindet, die Heimseelsorge ist vielfach bereits ökumenisch verantwortet. Dies macht die Eucharistiefeier zur Ausnahme unter den Heimgottesdiensten. Wird sie an einem Wochentag angeboten, hat es wenig Sinn, die Messfeier vom vorhergehenden Sonntag wieder aufzuwärmen. Besser wäre es, regelmäßig einen Sonntagsgottesdienst statt in der Kirche im Heim zu feiern. Dennoch werden nicht- eucharistische Gottesdienstformen am Sonntag an Bedeutung gewinnen. Sie kommen auch jenen Bewohnern entgegen, die zu einer Eucharistiefeier wenig Bezug haben, aber fallweise doch einen Gottesdienst besuchen möchten.

Anfragen an Liturgiewissenschaft

Mit der Bildung größerer Seelsorgeeinheiten lebt der Gedanke der Hausgemeinden neu auf. Kapellen von Seniorenheimen, Krankenhäusern oder Bildungseinrichtungen könnten dafür Zentren werden. Im privaten Rahmen treffen sich pfarrliche Gebetsgruppen oder Gruppen von kirchlichen Erneuerungsbewegungen, von denen manche so eine lange Geschichte haben, dass sie zu Seniorengruppen geworden sind. Trotzdem könnten sie – wie auch die neu entstehenden "Kleinen christlichen Gemeinschaften" -  Kern solcher Hausgemeinden werden. Welche Kompetenzen kommen ihnen auf liturgischem Gebiet zu? Welche Möglichkeiten  sind denkbar, den Charakter der sonntäglichen Eucharistiefeier als gemeinsame Feier der Generationen stärker hervorzuheben? Die angebotenen Unterlagen für Gottesdienste in Heimen, besonders mit demenzkranken Menschen, beruhen derzeit auf den Praxiserfahrungen der Autoren. Diese stimmen weitgehend überein; dennoch ist hier eine wissenschaftliche liturgische und homiletische Begleitung dringend erforderlich.

(red)

16.01.2012


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