Vor dem Hintergrund zunehmender Radikalisierung in der islamischen Welt, die sich z.B. in der Christenverfolgung durch die islamistische IS-Miliz äußere, sei er für die "klaren Worte" von IZW-Direktor Hashim Mahrougi in dessen Freitagspredigt "von Herzen dankbar". Darin habe Mahrougi ein "unmissverständliches Bekenntnis" zum Rechtsstaat und zur Religionsfreiheit abgelegt und zugleich sich und das Islamische Zentrum Wien von religiös radikalisierten Gruppen distanziert, so Pfarrer Tatzreiter.
In der ihm anvertrauten Pfarre Bruckhaufen habe man die zunehmende islamistische Radikalisierung und Gewalt mit wachsender Besorgnis, Betroffenheit und Entsetzen mitverfolgt. Pfarrer Richard Tatzreiter sei bewusst gewesen, dass sich auch das Islamische Zentrum nicht der durch diese "frevelhaften und menschenverachtenden Gräueltaten" entstandenen Atmosphäre von Verunsicherung, Ängsten und Verdächtigungen entziehen könne. Eine klare Positionierung in aller Öffentlichkeit sei gefordert gewesen, und diese habe IZW-Direktor Mahrougi überzeugend formuliert.
Hashim Mahrougis Bekenntnis zu einem islamischen "Weg der Mitte" beantwortete Richard Tatzreiter mit der Versicherung, "dass wir als Pfarre Bruckhaufen unbeirrt den mit Ihnen gepflegten und bewährten Weg guter Nachbarschaft und des interreligiösen Gesprächs fortsetzen werden". Für die katholische Gemeinde, die in unmittelbarer Nähe zum Islamischen Zentrum in Floridsdorf liegt, sei es "christliche Pflicht, aber auch eine Herzensangelegenheit", bestehende Brücken in einer Zeit großer Brüche und Zerwürfnisse zu stärken und sogar auszubauen.