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01.10.2014

Offene Rede erwünscht

Blick aus Rom  - von Gudrun Sailer.

Die Bischofssynode stand bisher im Ruf bleierner Oberseminare, unter Papst Franziskus aber entfaltet sie ungeahnten Appeal.

 

Das hat Gründe.

  • Erstens: Familie betrifft alle, gleich wie, gleich wo.
  • Zweitens: Der Papst wünscht offenes Reden.
  • Drittens: Er will den Reflex des Einbunkerns in die Ruheräume des Katholischen ausschalten. Er steuert die Kirche dorthin, wo es weh tut. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sagte Jesus.


Auch in Rom wird die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene hitzig debattiert. "Ein Luxusproblem reicher Christen", meint indes der Leiter der englischen Sektion von Radio Vatikan. In Indien, höre ich, stöhnen Familien unter dem Übel der horrenden Mitgift und der arrangierten Ehe, die kirchlich oft ungültig ist. In Lateinamerika zerfräsen Gewalt, Drogen, Menschenhandel die Familie. In Afrika spüren Katholiken, wie ihnen  westliche Anti-Werte aufgedrängt werden, etwa die Auslöschung der Begriffe Mann und Frau. Und fast überall zerreißt die Migration Millionen christlicher Familien.


Franziskus will kein Abnick-Forum in der Synodenaula, sondern echte Debatten über echte Probleme. Die Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene gehören dazu. Der Blick muss aber offen bleiben für alles, wo Familien heute der Schuh drückt – bei uns und anderswo.