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05.10.2014

"Beeindruckende Solidaritätswelle" mit Flüchtlingen

„Politiker sollen sich Beispiel an Bevölkerung nehmen und mehr Mut zeigen."

Angesichts der zahlreichen Berichte über die schwierige Lage von Asylwerbern wollen offenbar viele Österreicher helfen. Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, berichtete am Sonntag, 5. Oktober 2014 in der ORF-TV-Sendung "Orientierung" von einer "beeindruckenden Solidaritätswelle", den die Caritas derzeit beobachte. Bei der Hilfsorganisation hätten sich zuletzt viele Menschen gemeldet, die in der Flüchtlingshilfe aktiv werden wollen - sei es durch die Bereitstellung von Quartieren oder freiwillige Dienste wie Hilfe beim Deutschlernen. "Die Solidarität wird größer und ich würde mir ein bisschen mehr Mut bei den verantwortlichen Politikern wünschen, die sich ein Beispiel nehmen können an der österreichischen Bevölkerung", sagte Schwertner.

 

Lage in Syrien und dem Nordirak dramatisch

Der Wiener Caritas-Generalsekretär betonte erneut, dass zwar vor dem Hintergrund der Lage in Syrien und dem Nordirak in den vergangenen Wochen mehr schutzsuchende Menschen in Österreich angekommen sind, es aber keineswegs einen "Flüchtlingsnotstand" gebe. Die Lage sei "bewältigbar", so Schwertner, der dazu Angaben aus dem Innenministerium zitierte, wonach heuer insgesamt rund 26.000 Flüchtlinge nach Österreich kommen sollen. Vor zehn Jahren sei dieser Jahreswert noch bei 40.000 Menschen gelegen, erinnerte Klaus Schwertner. Insgesamt werde Europa mehr Verantwortung in der Flüchtlingsversorgung übernehmen müssen. Klar sei aber auch, dass Österreich zusätzliche Plätze in der Grundversorgung für Asylwerber samt entsprechender Rahmenbedingungen werde schaffen müssen.

Klaus Schwertner forderte in diesem Zusammenhang erneut die Erhöhung der Tagsätze für die Flüchtlingsbetreuung. "Es hat seit 2004 nur einmal eine Valorisierung um lediglich zwei Euro gegeben", erklärte der Generalsekretär der Wiener Caritas. Obwohl in der geltenden Grundversorgungsvereinbarung klar geregelt sei, dass der Bund für die Versorgung von schutzsuchenden Menschen zuständig ist, müsse die Caritas Spendengelder einsetzen und sei auf die Unterstützung Freiwilliger angewiesen, um eine gute Versorgung der von ihr betreuten Flüchtlinge sicherzustellen.