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13.10.2014

Serbisch-orthodoxe Kirche dankt Kardinal Schönborn

Bischof Andrej zelebrierte erste orthodoxe Pontifikal-Liturgie in der Neulerchenfelder Kirche.

Die Dankbarkeit der serbisch-orthodoxen Kirche gegenüber Kardinal Christoph Schönborn betonte Bischof Andrej (Cilerdzic) am Sonntag, 12. Oktober 2014, bei der ersten serbischen Pontifikal-Liturgie in der Neulerchenfelder Kirche im 16. Wiener Bezirk.

 

"Wir werden nie vergessen, was Kardinal Schönborn für die Serben in Wien getan hat", sagte der serbisch-orthodoxe Bischof, der außer für Österreich auch für die Schweiz und Italien zuständig ist. In Vertretung von Kardinal Schönborn, der bei der Bischofssynode in Rom ist, nahm Weihbischof Franz Scharl an dem Gottesdienst teil.

 

Kirche bildet eine Familie

Das Gotteshaus mit seiner barocken zweitürmigen Fassade war im Frühjahr von Kardinal Schönborn der serbisch-orthodoxen Eparchie übergeben worden. Im Kircheninneren - das aus den fünfziger Jahren stammt, weil das spätbarocke Kirchenschiff 1945 dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen war – setzen eine Christus-Ikone und eine Marien-Ikone erste Akzente aus der orthodoxen Tradition. Bischof Andrej erinnerte in seiner Predigt daran, dass alle christlichen Kirchen im Apostolischen Glaubensbekenntnis die "eine, heilige, allumfassende und apostolische Kirche" bekennen. Das sei ein Hinweis darauf, wie sehr die Kirchen eine Familie bilden.

 

Dritter Höhepunkt des Jahres

Bischof Andrej betonte die Bedeutung der serbischen Diaspora, die heute überall in Europa, Nord- und Südamerika, Ozeanien präsent ist. In diesem Zusammenhang bezeichnete sich der Bischof, der in Osnabrück geboren wurde, selbst als "Kind der Diaspora". Die serbisch-orthodoxe Kirche in Wien und Österreich habe heuer drei Höhepunkte erlebt: Am 27. Mai die Schlüsselübergabe der Neulerchenfelder Kirche, am 20. Juli die Amtseinführung des ersten residierenden serbischen Bischofs in Wien und am 12. Oktober die erste feierliche Liturgie in der Neulerchenfelder Kirche.

 

Kirche wird ein Schmuckstück

Das Neulerchenfelder Gotteshaus werde ein "Schmuckstück" der serbisch-orthodoxen Kirche in Österreich werden, sagte der Bischof. Die großen serbisch-orthodoxen Gottesdienste zu den Hauptfesten sollen hier stattfinden. Zugleich unterstrich Bischof Andrej, dass die serbisch-orthodoxe Kirche mit der Entfaltung der Kirche Neulerchenfeld auch im Sinn "der Gründer dieses Gotteshauses und der vielen Priester, die hier gewirkt haben", handeln wolle. Das soll auch in der guten Zusammenarbeit mit der benachbarten katholischen Pfarre "Maria Namen" zum Ausdruck kommen, deren Pfarrer Jesus David Jaen Villalobos am Sonntag bei der Pontifikal-Liturgie anwesend war.

 

Nach der Pontfikal-Liturgie hielt Bischof Andrej eine kurze Gedenkandacht für den vor genau 80 Jahren – am 9. Oktober 1934 – in Marseille ermordeten ersten jugoslawischen König Alexander.

 

Kirchlicher Aufbau in Diaspora und Heimat

Bei der Agape illustrierte der serbische Bischof an Hand einer Diaserie den kirchlichen Aufbau in der Diaspora und in der Heimat. Die Bilder aus der Diaspora zeigten, wie sein  – bereits verstorbener – Vater als Erzpriester in Düsseldorf die St. Sava-Kirche mit ihrem blühenden Gemeindeleben aufgebaut hatt Auch in Düsseldorf sei die Hilfe der evangelischen und der katholischen Kirche von größter Bedeutung gewesen, so Bischof Andrej.

 

Für den kirchlichen Aufbau in der Heimat standen die Bilder von der Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der imposanten St. Sava-Kathedrale in Belgrad im Jahr 1985. Mit dem Bau der Kathedrale an dem Ort, wo der osmanische Statthalter Sinan Pascha 1595 die Gebeine des Heiligen Sava verbrennen ließ, war in der Zwischenkriegszeit begonnen worden. Nach 1945 untersagten die tito-kommunistischen Machthaber die Weiterführung der Bauarbeiten, die halbfertige Kathedrale ohne Dach wurde als Parkplatz "genutzt".