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14.10.2014

Neubaugebiet: Kirche braucht auch Räume

Talk "Kirche – was bringt das?" in der Pfarre St. Johann Nepomuk.

Bei einem Talk mit dem Thema "Kirche – was bringt das? Gegenseitige Erwartungen, mögliche Entwicklungen" hatte die Pfarre St. Johan Nepomuk (Dekanat Wien 2) am Donnerstag, 9. Oktober  2014, ins Neubaugebiet Nordbahnhofgelände eingeladen.

 

20.000 Zuzügler in den nächsten Jahren

20.000 Zuzügler werden hier in den nächsten Jahren wohnen. Eine Kirche wie etwa in der Seestadt in Wien 22 ist hier (noch) nicht geplant, für die Pfarre St. Johann Nepomuk mit derzeit 4.700 Katholikinnen und Katholiken eine große pastorale Herausforderung. "Für mich ist wichtig, dass man vor Ort Möglichkeiten hat, wo man Kommunikation schafft, Austausch ermöglicht", sagt Bezirksrat Michael Huber-Strasser. So wie die Politik, so müsse auch die Kirche "einen Raum zur Verfügung stellen,  um ein Zusammentreffen zu ermöglichen". Denn die Menschen würden "den Kontakt, den Austausch suchen". Auch die Kirche könne dazu beitragen, dass die zuziehenden Menschen  hier Wurzeln schlagen können.

 

Räume und Ressourcen sind nötig

"Dass wir den Menschen hier zuhören und herausfinden, was ihre Bedürfnisse und Nöte sind", das ist für Heinz Weinrad, den stv. PGR-Vorsitzenden von St. Johann Nepomuk, eine der großen Aufgaben der Kirche in diesem Neubaugebiet: "Irgendetwas anzubieten, das die Menschen nicht brauchen, das können wir uns sparen." Derzeit könne man nur das "Pfarrprogramm anbieten", und das, was die Pfarre St. Johann Nepomuk derzeit "ohne Räume" punktuell anbieten kann. Das sind "Segensgebete im Freien, der Alphakurs in einem Cafe oder Abende wie der Talk". Es gilt, "dranzubleiben, um Räume und mehr Ressourcen zu kriegen, um dann daraus konzeptionell weiterzuarbeiten".

 

Kirche soll vor Ort sichtbar sein

"Die Menschen im Neubaugebiet erwarten sich oft die Spendung der Sakramente oder Gottesdienste in den Schule", sagt Pfarrer Konstantin Spiegelfeld. Es gebe nicht wenige, die sich wünschen, "dass die Kirche vor Ort, als Gemeinschaft, sichtbar verfasst ist". Die Kirche könne zwar noch keine Räume anbieten, sie könne aber "präsent sein", dass Menschen "aus der Pfarre St. Johann Nepomuk anwesend, da sind". Spiegelfeld: "Wir haben hier einige Familien, die sich stark einbringen, die ihr Christsein hier authentisch leben wollen."

 

Persönlicher Kontakt zählt

"Die Menschen erwarten sich von der Kirche den persönlichen Kontakt. Dass Menschen aufeinander zukommen, einander begegnen. Und dass sie das Gefühl bekommen, dass die Kirche an den Menschen interessiert ist", sagt Technikstudent  Benjamin Cox, einer der Bewohner des Neubaugebietes. "Ich bin vor kurzem hierhergezogen. Ich fühle mich hier in der Pfarre St. Johann Nepomuk wie zu Hause, weil die Pfarre wie eine Familie ist", so Cox: "Es wäre sinnvoll, wenn es hier in der Gegend noch einen kleinen pastoralen Stützpunkt geben würde, wo die Menschen Zuflucht finden und Heimat erleben."

 

Botschaft vom guten, gelingenden Leben

"Grundsätzlich wird die Kirche auch hier den Menschen nichts anderes anbieten, als das, was sie seit beinahe 2.000 Jahren den Menschen anbietet, nämlich ihre Botschaft vom guten, gelingenden Leben", betont der Subregens des Wiener Priesterseminars, Markus Muth, der anstelle des verhinderten Bischofsvikars Dariusz Schutzki zu dem "Talk" gekommen war.

 

Konkret werde die Seelsorge, wenn ein neues Wohnviertel entsteht, "durch engagierte Personen, die in einem solchen Viertel leben und früher oder später auch durch Räume, wo Menschen zusammenkommen können". Denn um Räume kommt man nicht herum, ist Muth überzeugt: "Damit auch in einer gemeinschaftlichen Art christliches Leben gelebt werden kann". Muth: "Aus meiner Sicht wird es nicht ausreichen, nur auf Hauskirche zu setzen in einem so großen Wohngebiet wie hier."

 

Der Subregens wünscht den hier lebenden Menschen, "dass ihr Leben gelingt, als einzelne aber auch als Gemeinschaft".  Zum gelingenden Leben gehöre, dass Menschen "Sinnstiftendes finden, Heimat, ein zu Hause".  Kirche könne eine Art "Herberge" für die Menschen in dem Neubaugebiet sein.