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16.10.2014

Landau und Kurz gegen Kürzungen im EZA-Budget

Zehnjähriges Bestehen der "Austrian Development Agency.

Mit einer Festveranstaltung im Wiener Weltmuseum hat die Austrian Development Agency (ADA) am Mittwoch, 15. Oktober 2014, ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Caritas-Präsident Michael Landau würdigte dabei die staatliche Entwicklungszusammenarbeits-Agentur als Organisation, die im Zusammenwirken mit den anderen österreichischen EZA-Akteuren das Leben von Millionen Menschen nachhaltig verbessert habe. "Sie haben Familien vor dem Hunger bewahrt, dafür Sorge getragen, dass Kinder in die Schule gehen und Menschen Zukunftsperspektiven gegeben", wandte sich Landau an die Mitarbeiter und Projektpartner der Entwicklungsagentur. Zugleich warnte er vor weiteren Kürzungen im ADA-Budget durch die Bundesregierung.

 

Budgetmittel nicht kürzen

"Die aktuellen weltpolitischen Krisen zeigen, wie wichtig die Entwicklungszusammenarbeit ist", betonte der Caritas-Präsident. Er verwies auf die Ebola-Epidemie, die Ukrainekrise oder den IS-Terror in Syrien und im Irak als einige der gegenwärtigen Probleme, bei denen die humanitäre Hilfe durch Organisationen wie der ADA von großer Wichtigkeit sei. Wer Budgetmittel für die Entwicklungszusammenarbeit kürze, "spart Menschen das Leben weg", warnte Landau.

 

Außenminister Sebastian Kurz würdigte in seiner Festrede die wesentliche Rolle der ADA für die Außen- und Europapolitik Österreichs sowie als "Kompetenzzentrum" der Entwicklungszusammenarbeit. Begleitet vom Applaus der anwesenden Festgäste versprach Kurz, sich dafür einzusetzen, dass die im Budgetplan für 2015 vorgesehenen, erneuten Millionen-Kürzungen im ADA-Budget nicht Realität werden. Man befände sich diesbezüglich im intensiven Kontakt mit dem Finanzminister und hoffe, dass - wie im Vorjahr - letztlich im Budgetvollzug keine Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit notwendig sein werden.

 

3.000 Entwicklungszusammenarbeits-Projekte

ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter zog eine positive Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Knapp 3.000 Entwicklungszusammenarbeits-Projekte mit einem Volumen von knapp einer Milliarde Euro seien in diesem Zeitraum mit den staatlichen Mitteln Österreichs umgesetzt worden. In den Projektländern habe man so Kindersterblichkeit reduziert, Kindern den Schulbesuch ermöglicht und bessere Einkommensmöglichkeiten für Erwachsene geschaffen.

 

Die Austrian Development Agency (ADA) ist die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Sie ist für die Umsetzung bilateraler Programme und Projekte in den Partnerländern verantwortlich und verwaltet die dafür vorgesehenen staatlichen Finanzmittel. 2014 beträgt das ADA-Budget knapp über 100 Millionen Euro, wovon 68 Millionen aus dem österreichischen Außenministerium, weitere 22 Millionen Euro von der Europäischen Kommission stammen.

 

Mit diesen Mitteln finanziert die österreichische Entwicklungszusammenarbeit derzeit 500 Projekte in den elf Schwerpunktländern Bhutan, Albanien, Kosovo, Moldau, Georgien, Armenien, Burkina Faso, Mosambik, Äthiopien, Uganda und den Palästinensischen Gebieten. Zu den zentralen Kooperationspartnern zählen die österreichischen Hilfsorganisationen, davon viele mit kirchlichem Hintergrund.