Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten hätten ungünstigere Entwicklungsbedingungen in schulischer und beruflicher Ausbildung, familiären Beziehungen, Freizeit und Interaktion in Gruppen Gleichaltriger. "Das ist unakzeptabel", fand KJS-Vorsitzende Anneliese Schütz klare Worte und forderte Maßnahmen zur Existenzsicherung von Kindern und Jugendlichen.
Laut Zahlen der Statistik Austria von 2012 sind in Österreich 362.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Die Quote der Kinderarmut liegt damit über dem österreichweiten Durchschnitt von 18,5 Prozent. Besonders betroffen seien Alleinerzieher-Haushalte und Mehrkinderfamilien, zitierte die KJS aus der Studie. Somit seien Kinder und Jugendliche nicht nur durchschnittlich von Armut betroffen sondern gelten auch häufig als deren Verursacher.
Die Jungschar fordert daher die Einführung einer "universellen Kindergrundsicherung", die unabhängig ist von der Familienform und der Herkunft oder des Aufenthaltsstatus der Eltern und alle bisherigen Transferleistungen wie Kinderbetreuungsgeld und Familienbeihilfe bündelt. Damit solle die Stigmatisierung von Familien durch Bedürftigkeitsprüfungen vermieden und garantiert werden, dass Kinder nicht länger als armutsverursachend gelten. Mit einer Grundsicherung könne außerdem die Armutsspirale und Korrelation zwischen der sozialen Stellung der Eltern und dem Ausbildungsweg der Kinder durchbrochen werden, damit "Armutskarrieren nicht mehr nahtlos fortgesetzt werden".
Detaillierte Forderungen und Maßnahmen finden sich im neuen Positionspapier der KJS zu Kinderarmut, das sich für eine umfassende Umsetzung der Kinderrechte ausspricht. "Eine wirksame Bekämpfung ist nur möglich, wenn wir aufhören, Kinder als Anhängsel ihrer Familien zu betrachten und sie unter ein Haushaltseinkommen subsumieren. Wir müssen Kinder als eigenmächtige Akteure mit spezifischen Bedürfnissen ernst nehmen. Das kann nur Hand in Hand mit der Umsetzung der Kinderrechte erfolgen - und zwar für alle Kinder", so KJS-Vorsitzende Schütz.