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27.11.2014

Keine Rendite-Einbußen bei Ethik-Produkten im Bankbereich

Bankhaus Schelhammer &  Schattera-Vorstandsvorsitzender Michael Martinek fordert Banken sollten sich generell im Ethik-Bereich engagieren.

Wer beim Sparen oder anderen Veranlagungsformen auf ethisch-nachhaltige Produkte setzt, hat mit keinen Rendite-Einbußen zu rechnen. Das hat Michael Martinek, Vorstandsvorsitzender des kirchlichen Bankhauses Schelhammer & Schattera betont. Bei einem Pressegespräch am Mittwochabend, 26. November 2014 im Stift Göttweig zeigte sich Martinek überzeugt, dass Banken ihr Engagement im Ethik-Bereich generell forcieren sollten. "Immer mehr Menschen tendieren dazu, ihre Lebensweise stärker nach gewissen ethisch-nachhaltigen Grundsätzen auszurichten. Da sei es nur logisch, dass Sparer und Anleger kritisch hinterfragten, wo ihr Geld eingesetzt wird.

 

Die Kirchenbank ist laut Martinek im ethischen Bereich breit aufgestellt. Das Angebot reicht vom Ethik-Kapitalsparbuch bzw. Online-Ethik-Sparen über ethische Kassenobligationen, nachhaltige Investmentfonds bis hin zu einem komplett ethisch ausgerichteten Portfolio-Management. Langfristige Vergleiche bzw. Studien würden zeigen, dass diese Produkte mindestens die gleiche Renditechancen wie nicht nachhaltige Produkte aufweisen, so Martinek.


Um das Geschäft mit Ethik-Veranlagungen noch fundierter betreiben zu können, hat die Bank einen Ethik-Beirat eingesetzt, der erst vor wenigen Tagen um einige Experten erweitert wurde. Das Gremium berät die Bank hinsichtlich der Gestaltung und Umsetzung ethisch-nachhaltiger Finanzgeschäfte und der dafür nötigen Kriterien. Vorsitzender des Ethikbeirats ist Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl, seine Stellvertreter sind die Wiener Sozialethikerin Ingeborg Gabriel und der Grazer Caritas-Direktor Franz Küberl. Weitere Mitglieder sind u.a. die Generalsekretärin der Frauenorden Schwester Cordis Feuerstein, der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henkel-Donnersmarck sowie die Theologen Leopold Neuhold (Graz) und Herbert Pribyl (Heiligenkreuz). Dazu kommen auch Experten für Finanzen, Medizin-Ethik, Nonprofit-Management und Wirtschaftstreuhandschaft.

 

Das Bankhaus "Schelhammer & Schattera" ist Wiens älteste Privatbank und wurde 1832 gegründet. 15 Prozent der Bank mit einer Bilanzsumme für 2013 von 712,5 Mio. Euro sind in privaten Händen, Mehrheitseigentümer ist die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften mit 54 Prozent, die restlichen 31 Prozent halten andere kirchliche Einrichtungen in Österreich.

 

Seit geraumer Zeit prüft die Superiorenkonferenz die Abgabe von Anteilen. Man befinde sich derzeit aber noch mitten im Diskussionsprozess, so der Göttweiger Abt Columban Luser auf Nachfrage bei dem Pressegespräch. Entschieden sei noch nichts. "Alles ist noch offen", so der Abt wörtlich. Wie Martinek sagte, habe die Superiorenkonferenz stets betont, dass man bei der Suche nach einem strategischen Partner Wert darauf lege, dass dieser mit der Wertewelt von Kirche und Bank übereinstimme. Dazu gehöre etwa auch die Aufrechterhaltung der Ausrichtung auf ethisch-nachhaltige Veranlagungen. Das bestätigten auch Abt Luser und der Göttweiger Wirtschaftsdirektor Gerhard Grabner im Rahmen des Pressegesprächs. Das Stift Göttweig ist als Mitglied der Superiorenkonferenz auch Miteigentümer der Bank.