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04.12.2014

Schönborn unterstützt Bürgerinitiative "Fakten helfen"

40 Jahre unerfüllte Versprechen der "flankierenden Maßnahmen" zur Abtreibung schmerzlich und bedauerlich.

Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag, 4. Dezember 2014, die parlamentarische Bürgerinitiative "Fakten helfen" unterzeichnet. Die Einführung von Statistiken und seriöser Motivforschung zur Abtreibung - beides sind die Hauptforderungen der Petition - wären "eine wirkliche Hilfe für einen besseren Schutz von Schwangeren in Not und auch des Lebens in allen Phasen", so Schönborn. Damit treffe das Motto "Fakten helfen" im wahrsten Wortsinn zu.

 

Vier Jahrzehnte alte Zusagen

Die vier Jahrzehnte, die seit dem Versprechen der Bundesregierung von flankierenden Maßnahmen in Begleitung zur Fristenregelung vergangen sind, seien eine "sehr lange Zeit"; es sei bedauerlich und schmerzlich, dass die Zusagen nun schon derart lange nicht eingehalten worden seien, so der Wiener Erzbischof, und weiter: "Hier wäre nun eine Gelegenheit, um eines der Versprechen nach 40 Jahren einzulösen."

 

Erst kürzlich war die Bürgerinitiative, für die nunmehr alle Diözesanbischöfe Österreichs ihre Unterstützung bekundet haben, bis 30. März 2015 verlängert worden. Die Ausweitung des Zeitraums war deshalb erfolgt, da sich laut der "Aktion Leben", die die Petition ins Leben gerufen hat, in den vergangenen Wochen noch viele Gruppen für die Teilnahme gemeldet hätten.

 

Anonymen Statistiken und Ursachenforschungen

Wie "Aktion Leben"-Präsidentin Gertraude Steindl bei der Unterzeichnung darlegte, soll die angestrebten anonymen Statistiken und Ursachenforschungen konkrete Grundlagen liefern, einerseits für sozialpolitisch treffsichere Hilfsmaßnahmen für schwangere Frauen in Notsituationen sowie für Erleichterungen beim Leben mit einem Kind. Weiters sei das Datenmaterial auch für Präventivmaßnahmen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge und Sexualerziehung von hohem Wert.

 

Es verwundere bloß, dass die Politiker Österreichs in der europäischen Schlussposition des Landes bei Statistik und Motiverhebung keinen Handlungsbedarf erkennen, stellte Steindl fest: Das Augenverschließen vor den Nöten der Frauen, das die Politik durch die beharrliche Nichterhebung betreibt, könne man nur durch den Wunsch erklären, dass man sich somit Hilfsprogramme zu "ersparen" hoffe.