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10.12.2014

Ordensspitäler: Gemeinsamer Auftritt mit Motto "In guten Händen"

Alle 30 Standorte in Österreich wollen sich künftig unter dem Motto "In guten Händen" vernetzen.

Die 30 Ordensspitäler Österreichs wollen ihre gemeinsame Identität stärken und dies künftig auch nach innen und außen kommunizieren. "In guten Händen. Im Ordensspital" heißt das Motto, das am Mittwoch. 10. Dezember 2014, in Wien vor Journalisten präsentiert wurde. "Was die verschiedenen Spitäler verbindet, ist Spitzenmedizin sowie gelebte christliche Werte wie Zuhören, Mitfühlen und eine Begegnung auf Augenhöhe, die in Summe eine besondere Atmosphäre spüren lassen und sie zu Inseln der Zuwendung machen", erklärte Pater Erhard Rauch, der Leiter der ARGE Ordensspitäler.

 

Alternativen zum Herkömmlichen

Ausdruck des neuen Selbstverständnisses ist ein kleinformatiges Heft für Patienten, das Besonderheiten der Ordensspitäler abseits medizinischer Leistungen aufzeigt. Durchaus handelt es sich bei den darin erwähnten "Alternativen zum Herkömmlichen" um Details aus dem Krankenhausalltag, "etwa, dass der Patienten bei uns Angst haben oder weinen darf, denn Tränen sind heilsam", so Rauch. Weitere Beispiele sind das Bemühen der Ärzte um verständliche Sprache, der "Raum für Unerwartetes" in den Spitalskapellen, die Mitwirkung des Patienten an der Genesung und die Wertschätzung von dessen Rückmeldung.

 

Ihre medizinischen Angebote wollen die Ordensspitäler künftig besser vernetzen, ergänzen und aufeinander verweisen, auch im Hinblick darauf, dass sich viele von ihnen in den vergangenen Jahren spezialisiert haben und künftig als Schwerpunktkrankenhäuser tätig sind. Eine neu gestaltete Homepage unter www.ordensspitaeler.at gibt dazu erstmals einen Überblick über die von Ordensspitälern gebotenen ärztlichen Leistungen.

 

Pilotprojekte laufen 

Ebenfalls auf ihrem gemeinsamen Internetauftritt sammeln die Ordensspitäler laufend Pilotprojekte, die ihren besonderen Zugang zum Ausdruck bringen sollen. Dazu gehört der bilinguale Betriebskindergarten der Barmherzigen Brüder in Graz-Eggenberg, "der den Ärzten hilft, Berufs- und Privatleben besser in Einklang zu bringen", wie Rauch verdeutlichte. Weiters erwähnte er die "Pflegemediatorin", die im Wiener Hartmannspital Patienten und deren Kinder bei plötzlich auftretendem Pflegebedarf beratend zur Seite steht, und das Projekt "Glück schenken", durch das die Barmherzigen Schwestern Linz eine gemeinsame Urlaubswoche für Familien mit behinderten Kindern anbieten.

 

Vergleichbare Initiativen gibt es u.a. bei den Grazer Elisabethinen, wo Patienten vom Spitalseingang bis zum Bett von einer Person begleitet werden, oder im Orthopädischen Spital Speising, das Patienten nach Behandlungen und Operationen solange auf der Akutgeriatrie versorgt, bis eine Betreuung zu Hause gesichert ist. Die Barmherzigen Brüder Wien versorgen jährlich 65.000 unversicherte Menschen kostenlos, darunter etwa neue Selbstständige, frisch Geschiedene, Obdachlose, undokumentierte Migranten oder entlassene Häftlinge.

 

Gemeinsame Dachmarke

Wie ARGE-Leiter Rauch erklärte, wurde die gemeinsame Dachmarke ein Jahr lang vorbereitet und von den Trägern und Geschäftsführern aller Ordensspitäler angenommen. Erste Ergebnisse des gemeinsamen Weges, der auf die Ausarbeitung von Spitalstandards abzielt, werden beim Ordenstag 2015 ausgewertet. Durchaus erhoffe man sich auch Strahlwirkung nach außen: "Das Spitalswesen hat einst im Klöstern begonnen, jetzt ist es Standard. Auch jetzt ist das Ziel nicht, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, sondern dass unsere Grundsätze auch in der allgemeinen Gesundheitsversorgung mehr Eingang finden", so der Experte.

 

Insgesamt versorgen die 30 Ordensspitäler Österreichs mit ihren 20.000 Mitarbeitern jährlich 500.000 Patienten stationär und über eine Million ambulant. Bundesweit steht jedes fünfte Spitalsbett in einem Ordenskrankenhaus, mit regional durchaus unterschiedlichen Gewichtungen. So wird in Oberösterreich wird fast jeder zweite Patient in einem Ordensspital versorgt, in Wien jeder siebente.