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10.12.2014

Gebet in Wien für tote Flüchtlinge an EU-Außengrenzen

Kirchen gedenken am Donnerstag, 11. Dezember 2014 beim Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel.

Den Tod der Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU, weit entfernt vom Blick der Öffentlichkeit, will der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am Donnerstag, 11. Dezember 2014, in Erinnerung rufen. Das "Gebet zum Gedenken an die Toten an den Grenzen der EU" findet um 17.30 Uhr beim Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel in Wien (8., Breitenfelder Gasse 21) statt.

 

Massengrab Mittelmeer

In seiner Einladung am Mittwoch verweist der ÖRKÖ darauf, dass heuer bereits mehr als 3.000 Menschen beim Versuch, nach Europa zu gelangen, den Tod fanden - "ohne Namen, ohne Begräbnis, ohne Abschied, ertrunken im Mittelmeer oder spurlos verschwunden in der Wüste". Seit dem Jahr 2000 werde mit rund 22.000 Opfern gerechnet, die Dunkelziffer soll laut dem Ökumenischen Rat noch weit höher sein.

Die Initiative zu dem Gedenken im Umfeld des Internationalen Tags der Menschenrechte setzte der Diakonie-Flüchtlingsdienst. Bei der ÖRKÖ-Vollversammlung wurde beschlossen, dass sich alle Kirchen anschließen sollen. Insbesondere viele Wiener evangelische Pfarrgemeinden, aber auch der Ökumenische Jugendrat, machen geschlossen mit.

 

Brief aus Lampedusa wird verlesen

Bei dem Gebet wird u.a. auch der aufsehenerregende Brief der Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, verlesen werden, in dem es heißt: "Mich regt das Schweigen von Europa auf, das gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Massaker gibt, bei dem Menschen sterben, als sei es ein Krieg."

Auch Elias Bierdel, Journalist, Autor, Mitbegründer von "Borderline Europe" (und von 2002 bis 2004 Leiter der Hilfsorganisation "Cap Anamur"), wird dabei sein und ein Statement abgeben; Flüchtlinge werden über ihre Erfahrungen berichten.