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11.12.2014

Fortpflanzungsmedizin: "SPÖ will kein Gespräch"

Warum der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Franz-Joseph Huainigg gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz stimmen wird.

Warum werden Sie gegen diese Novellierung stimmen?

Huainigg: Im Entwurf zum Fortpflanzungsmedizingesetz wird die Präimplantationsdiagnostik ermöglicht. Das ist ein Selektionsverfahren und eine Rasterfahndung nach wertem und unwertem Leben. Aber Lebensglück kann man nicht im Mikroskop sehen. Ich werde nicht zustimmen, solange nicht auch bei Spätabtreibungen aufgrund von Behinderungen bessere und eindeutigere Rahmenbedingungen wie das Recht auf psychosoziale Beratung, Bedenkfrist und die Definition von „schwerer Schädigung“ geschaffen werden. Was hier derzeit passiert, ist unerträglich: bei Verdacht auf eine Behinderung darf bis zur Geburt abgetrieben werden, der Fötus wird durch eine Kaliumchloridspritze ins Herz im Mutterleib getötet.

 

Gibt es in Österreich genug Aufklärung zu diesem Thema? Was müsste dazu noch gesagt werden?

Ich finde die Eizellspende äußerst problematisch. Zwar ist in Österreich der Handel damit verboten; dies ist strenggenommen aber auch in Spanien der Fall, wo Frauen für eine Eizellspende eine Aufwandsentschädigung von 1000 Euro bekommen. Das ist in meinen Augen keine „Spende“ mehr. Die aktuelle FMedG-Novelle ist damit u. a. ein Türöffner zur Leihmutterschaft, welche eine Ausbeutung der Frau ist. 

 

Sind Sie der letzte Christlich-Soziale in der ÖVP?

Nein. Es gibt in der Partei und im Klub heftige Diskussionen darüber und viele stehen diesem Gesetz und den Entwicklungen kritisch gegenüber. Völlig unverständlich ist vielen auch, dass es bei Schwangerschaftsabbrüchen noch immer keine Statistik und Motivforschung gibt, wie beispielsweise in Deutschland. Die Begleitmaßnahmen zur Fristenregelung, wie sie bei Beschlussfassung im Parlament vom damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky versprochen worden sind, wurden nicht umgesetzt. Es gibt in der SPÖ keinerlei Gesprächsbereitschaft dazu!