An das soziale Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer hat Caritaspräsident Michael Landau appelliert. Bei einem Pressegespräch mit Raiffeisen Zentralbank-Generaldirektor Walter Rothensteiner und Casinos Austria-Generaldirektor Karl Stoss am Mittwoch 17. Dezember 2014 in Wien wies Landau auf den direkten Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit hin. "Es gibt gute wirtschaftliche Gründe, auf das Soziale in einer Gesellschaft zu achten. Und es gibt gute soziale Gründe, wirtschaftlichem Denken Raum zu geben."
Die wachsende globale Kluft zwischen arm und reich sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, des sozialen Friedens und der Humanität, sondern sie sei vielmehr auch eine Kernfrage für das Wirtschaftswachstum insgesamt, so der Caritaspräsident. Ethische Prinzipien als Grundlage für ökonomisches Handeln seien unverzichtbar, nicht nur für eine gerechtere Gesellschaft sondern, dass Wirtschaft überhaupt mittel- und langfristig funktionieren kann, zeigte sich Landau überzeugt.
Er erinnerte diesbezüglich an mehrfache Aussagen von Papst Franziskus: Dem Papst gehe es nicht um eine allgemeine Wirtschaftsschelte, "sondern um die Erinnerung daran, dass es zuerst und zuletzt um die Frage nach dem Menschenbild geht, um die Frage nach den Zielen und wie wir leben wollen und müssen, soll unser Zusammenleben zukunftstauglich sein".
Solidarität und Nächstenliebe ließen sich nicht delegieren, jeder und jede einzelne würden Verantwortung tragen. Eine ganz wichtige Rolle würden dabei Unternehmen spielen. Landau: "Unternehmen tragen breite Verantwortung für den Wohlstand in Österreich und sind so auch als Wunsch und Hoffnung für unsere Gesellschaft und ihre Zukunft nicht Problem, sondern ein wichtiger Akteur für die Schaffung von Lösungen." Für die Caritas seien die Unternehmen ein wichtiger Partner.
Raiffeisen Zentralbank-Generaldirektor Rothensteiner sagte, dass seinem Unternehmen die soziale Verantwortung "ein echtes Anliegen" sei. Man sehe dies als Chance, "Menschen zu unterstützen, denen nicht so viel Glück beschieden ist". Man habe auch im sozialen Engagement einen langfristigen und ganzheitlichen Ansatz, der über punktuelles Helfen hinausgehe, so Rothensteiner.
Casinos Austria-Generaldirektor Stoss wies darauf hin, dass seine Unternehmensgruppe rund 3 Millionen Euro pro Jahr für soziale Zwecke aufwende. So unterstütze man beispielsweise das Haus Immanuel der Caritas, in dem wohnungslosen Frauen mit ihren Kindern ein Übergangswohnungen geboten werden.