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18.12.2014

NGO`s warnen vor Abschaffung der Spendenabsetzbarkeit

Fundraising Verband befürchtet Einbruch des Spendenaufkommens, "Jugend Eine Welt" sieht darin falsches Signal an alle Spender.

Der Fundraising Verband und Hilfsorganisationen warnen vor der Abschaffung der steuerlichen Spendenabsetzbarkeit. Sollten die entsprechenden Vorschläge der Steuerreformkommission von der Regierung umgesetzt werden, befürchten die Organisationen einen Einbruch des Spendenaufkommens.

 

Spendenaufkommen seit Einführung der Absetzbarkeit gestiegen

Laut Umfragen würden zwei von drei Österreichern regelmäßig spenden; in Summe 550 Millionen Euro pro Jahr, so der Fundraising Verband in einer Aussendung am Donnerstag, 18. Dezember 2014. Zahlreiche gemeinnützige Projekte könnten ohne die Großzügigkeit der Österreicher nicht durchgeführt werden. Seit der Einführung der Spendenabsetzbarkeit 2009 sei das Spendenaufkommen von 360 Millionen Euro um 190 Millionen Euro oder 50 Prozent auf 550 Millionen gestiegen. Mehr als 700.000 Österreicher machten Spenden steuerlich geltend. Jede vierte Spende werde bereits steuerlich abgesetzt. Diese Steigerung sei wesentlich höher als der berechnete Steuerausfall von 34 bis 58 Millionen Euro.

 

"Die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden ist eine Wertschätzung des großartigen Engagements der Österreicher", so Günther Lutschinger vom Fundraising Verband. Lutschinger erinnerte die Bundesregierung an ihr Vorhaben, die Zivilgesellschaft zu stärken: "Wir fordern Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Mitterlehner auf, ein Weihnachtsversprechen abzugeben, dass die 2009 eingeführte Spendenabsetzbarkeit nicht wieder abgeschafft und nicht in das bewährte System eingegriffen wird."

 

In die gleiche Kerbe wie der Fundraising Verband schlägt auch die Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt": "Die Spendenabsetzbarkeit muss bleiben. Eine Abschaffung wäre fatal und ein falsches Signal an alle Spender. Denn wir müssen unsere Spender motivieren, nicht verunsichern", so Reinhard Heiserer, Vorstand von "Jugend Eine Welt". Viele Spender, vor allem Firmen und Großspender, legten Wert darauf, ihren Beitrag absetzen zu können. Heiserer: "Sie dürfen nicht bestraft werden." Verbesserungen seien laut Heiserer immer möglich; doch solange es kein neues Modell gebe, müsse man an dem bewährten festhalten.