Die Ordensleute in Österreich wollen sich "mit Leidenschaft" in Kirche und Gesellschaft einbringen. Das haben Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, und Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz derMännerorden, in ihrer Weihnachtsbotschaft zum "Jahr der Orden" 2015 betont. "Weihnachten und Advent bedeuten Hoffnung; kein Warten im passiven Sinn, sondern ein aktives Mitgestalten der Zukunft, so wie Franziskus in diesen Tagen beispielsweise mit seinem Eingreifen das Verhältnis Kuba und USA mitgestaltet hat", so Abtpräses Haidinger wörtlich und weiter: "Dieses aktive Mitgestalten ist für uns Christinnen und Christen ein bleibender Auftrag. Wir sehen das an Gott selber: Er gestaltet, er macht den ersten Schritt. Das feiern wir zu Weihnachten."
Ordensleute dürften nicht hinter Klostermauern verkümmern, hält der Vorsitzende der Männerorden fest: "Da müssen wir sicher viele mediale Klischees ergänzen mit lebensfrohen und erfüllt lebenden Ordensfrauen und Ordensmännern. Papst Franziskus sagt, dass wir diese heutige Gegenwart mit Leidenschaft leben dürfen und sollen."
Sr. Mayrhofer ortet bei vielen Menschen eine "verzweifelte Suche nach dem Sinn des Lebens". Umso mehr wachse auch das Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit. Gott habe sich zu Weihnachten als Kind geschenkt "und uns damit eine ganz neue Blickrichtung eröffnet. Wir Ordensleute wollen mitwirken, dass die Welt nicht aus den Augen verliert, worauf es wirklich ankommt", so Mayrhofer wörtlich.
Sr. Gabriele Schachinger, Provinzoberin der Kreuzschwester, forderte im "Standard" am Mittwoch, 24. Dezember 2014, dass die Orden ihr Profil bzw. ihren Auftritt nach außen noch weiter schärfen müssten. In ihrer eigenen Ordensgemeinschaft gebe es viele Möglichkeiten an Entfaltung und Engagment: von Bildung über Sozialwesen bis zu Schutzwohnungen von Frauen, die zwangsprostituiert worden sind.
Engagiert seien die Kreuzschwestern wie viele andere Orden auch in der Flüchtlingsbetreuung. Freilich mitunter auch mit vielen Problemen. Sr. Schachinger: "Vergangenes Jahr wollten wir ein komplettes Haus zur Verfügung stellen. Damals ging es um afghanische Flüchtlinge. Die wären auch top betreut worden. Aber die Bevölkerung und dann auch die Politik hat so einen Aufstand gemacht, dass es nicht möglich war. Das ist so schade. Wir versuchen nun in Einzelsituationen, für kleine Gruppen, Möglichkeiten zu schaffen."
Zum Thema "Frauen in der Kirche" sprach sich Schachinger für das Frauenpriestertum aus: "Von offizieller Seite ist man offenbar noch nicht so weit. Ich vertraue sehr darauf, dass es einmal dorthin kommt", so die Ordensfrau wörtlich.