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07.01.2015

Österreichische Muslime zu Pariser Terror: "Abscheu, Entsetzen"

Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Anschlag auf Pariser Satiremagazin, bei dem mindestens 12 Menschen starben.

Mit "Abscheu und Entsetzen" hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den verheerenden Terroranschlag auf die Redaktion eines bekannten Pariser Satiremagazins verurteilt. Das Mitgefühl gelte den Angehörigen der zwölf Toten und den schwer Verwundeten, so IGGiÖ-Sprecherin Carla Amina Baghajati in einer Aussendung am Mittwoch, 7. Jänner 2015.

Presse- und Meinungsfreiheit seien Säulen eines jeden demokratischen Rechtsstaates, hieß es weiter. So wie der Pluralismus verschiedener Religionen und Weltanschauungen in einer Gesellschaft Platz haben müsse, so sollten sich auch verschiedene Sichtweisen öffentlich ausdrücken können. Eine missliebige Meinung rechtfertige unter keinen Umständen die Anwendung von Gewalt, so Baghajati.

Muslime würden sich eindeutig gegen diese Abscheulichkeiten positionieren, die keinerlei Rechtfertigung in der Religion finden könnten, hieß es in der Aussendung. Diese Stimmen müssen Gehör finden, gerade im gemeinsamen Kampf gegen Hass und Terror.

Am Mittwochvormittag waren zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer in die Redaktion des französischen Satiremagazins eingedrungen und hatten um sich geschossen. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet. "Charlie Hebdo" ist für seine provokativen Mohammed- und Jesus-Karikaturen bekannt. Bereits 2011 wurde nach einer Mohammed-Karikatur auf der Titelseite ein Brandanschlag auf die Redaktion mit Sitz in Paris verübt.

 

Bischöfe rufen zu Frieden auf

Die französischen katholischen Bischöfe haben ihre "tiefe Betroffenheit" und ihr Entsetzen über das Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" zum Ausdruck gebracht. "Die Barbarei dieses Mordanschlags verletzt uns alle", erklärte die Bischofskonferenz am Mittwoch in Paris. Die Kirche Frankreichs gedenke vor allem der Familien und Nahestehenden der Opfer und bringe den Mitarbeitern von "Charlie Hebdo" ihre tiefe Trauer zum Ausdruck.

"Nichts rechtfertigt eine solche Gewalt", so die Bischöfe. Sie wende sich gegen das Recht der freien Meinungsäußerung, die ein grundlegendes Element der Gesellschaft sei. Besonders in der jetzigen Situation sei die von Vielfalt geprägte Gesellschaft aufgerufen, auf ein brüderliches Miteinander zu achten und den Frieden zu wahren.

 

Mehr als 100.000 Menschen haben am Mittwochabend in ganz Frankreich bei Trauerkundgebungen der zwölf Todesopfer des Anschlags auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris gedacht. In der Hauptstadt versammelten sich auf dem Platz der Republik mehr als 35.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. In vielen anderen Großstädten gingen ebenfalls tausende Demonstranten auf die Straße.