Die Katholische Kirche in Österreich verzeichnet nach wie vor ein intensives Leben in den Pfarren und anderen kirchlichen Einrichtungen. Zugleich führen der gesellschaftliche Wandel und die demografische Entwicklung dazu, dass seelsorgliche Kennzahlen wie die Zahl der sonntäglichen Messbesucher oder die Zahl der Taufen, Firmungen und Erstkommunionen zurückgehen. Das geht aus der offiziellen Kirchenstatistik für das Jahr 2013 hervor, die am Dienstag, 13. Jänner 2015, von der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Diese enthält neben den Zahlen hinsichtlich der Katholiken u.a. auch Angaben über den Klerus, die Ordensleute und die Pfarren sowie Daten über das seelsorgliche Leben der Kirche.
Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester ist laut der aktuellen Kirchenstatistik 2013 leicht auf 3.933 zurückgegangen (2012: 3.998, 2011: 4.035). Die aktuelle Zahl setzt sich aus 2.066 Diözesanpriestern, 342 ausländischen Priestern und 1.525 Ordenspriestern zusammen. Nicht enthalten sind in diesen Zahlen weitere 152 Diözesanpriester aus Österreich, die in anderen Ländern der Welt ihren priesterlichen Dienst versehen.
Die Zahl der Ordenspriester ist leicht gesunken von 1.553 (2012) auf 1.525 (2013). Auch die Zahl der in Österreich wirkenden heimischen Weltpriester ist mit 2.066 leicht gesunken (2012: 2090), die Zahl der ausländischen Priester sank ebenfalls (2013: 342, 2012:355).
Stetig im Wachsen ist hingegen die Zahl der ständigen Diakone: Die amtliche Statistik für für 2013 weist 656 aus (2012: 634, 2011: 628).
Die Zahl der Ordensbrüder ist leicht von auf 518 (2012) auf 504 (2013) gesunken. Aus den Daten ergibt sich, dass die Zahl der Ordensmänner in Österreich (Ordensbrüder und Ordenspriester) weitgehend stabil ist (2013: 2.029, 2012: 2.071, 2011: 2.087, 2010: 2.061). Freilich sind gerade die statistischen Daten zu den Ordensangehörigen mit Vorbehalt zu betrachten, da sich Ordensprovinzen oft über mehrere Länder erstrecken, und die Zuordnung einzelner Ordensmitglieder zu bestimmten Ländern nicht einfach ist.
Für die Ordensfrauen in Österreich weist die amtliche Statistik 2013 genau 4.241 Schwestern aus. Die Zahl der Ordensfrauen in Österreich nimmt seit Jahren leicht aber stetig ab (2012: 4.359).
Von Stabilität geprägt ist das österreichweit nach wie vor sehr dichte Netz von Pfarrgemeinden: Insgesamt weist die Statistik für 2013 4.327 Pfarren und sonstige kirchliche Seelsorgestellen aus (2012: 4.324).
Die Zahl der Taufen ist leicht gesunken. 2013 wurden 48.098 Taufen verzeichnet. (2012: 48.645, 2011: 49.275). Ein Detail: Die Zahl der Erwachsenentaufen ist stabil: (2013: 882, 2012: 862, 2011: 874). Die Zahl der kirchlichen Trauungen ist gegenüber dem Vorjahr gesunken: Von 12.364 (2012) auf 11.155 (2013). Wobei hier aber kein eindeutiger Trend abzulesen ist, denn von 2011 (11.951) auf 2012 (12.364) hatte es einen Anstieg gegeben. Die Zahl der Begräbnisse ist ganz leicht gestiegen: von 53.136 (2012) auf 53.164 (2013).
Leicht rückläufig sind die Zahlen der Erstkommunionen und Firmungen, was vor allem demografische Gründe hat. Die Erstkommunionen gingen von 52.968 (2012) auf 52.610 (2013) zurück, die Firmungen gingen deutlicher von 52.765 (2012) auf 49.921 (2013) zurück.
In der Statistik ausgewiesen ist auch das starke ehrenamtliche Engagement in der Vorbereitung auf die Sakramente: 15.032 Personen waren 2013 in der Erstkommunionvorbereitung tätig, (2012: 15.381), 9.269 standen als Firmhelfer und Firmhelferinnen zur Verfügung (2012: 9.622). Die Zahlen der ehrenamtlichen Helfer werden seit 2006 statistisch erhoben. Sie sind seither weitgehend stabil und verdeutlichen das große Engagement vieler Laien in den Pfarren.
Deutlich rückläufig ist die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher. Wurden an den sogenannten "Zählsonntagen" 2012 zwischen 633.000 und 670.000 Messbesucher gezählt, waren es 2013 zwischen 582.000 und 629.000.