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20.01.2015

Wiens Ordensspitäler verlangen von Stadt mehr Anerkennung

Künftig jährliche Leistungsbilanz der Ordensspitäler

Die Wiener Ordensspitäler fordern von der Stadt Wien mehr Sichtbarkeit im Spitalskonzept und Planungssicherheit durch Verträge über das Jahr 2016. Vertreter der Plattform der acht Einrichtungen haben am Dienstag erstmals eine gemeinsame Leistungsbilanz präsentiert. Öffentlich sollte damit auch klargestellt werden, "welche Rahmenbedingungen wir brauchen, um diese Leistungen auch in Zukunft in gewohnter Qualität erbringen zu können", wie Plattform-Sprecher Manfred Greher im Rahmen einer Pressekonferenz betonte.

 

Jedes fünfte Spitalsbett in Wien

Im bisherigen Wiener Spitalskonzept "6 plus 1" scheinen die acht gemeinnützigen Ordensspitäler mit öffentlichem Auftrag nicht auf, obwohl sie ein "fixer Bestandteil der Gesundheitsversorgung" sein und etwa jedes fünfte Spitalsbett in Wien stellen, kritisierte Primar Greher. Zumindest die öffentliche Wahrnehmbarkeit müsse gegeben sein, zudem forderte der ärztliche Leiter des Herz-Jesu-Krankenhauses auch bessere Planbarkeit: Wiewohl 2012 zumindest statt den zuvor üblichen Einjahresverträgen mit der Stadt eine Vereinbarung bis Ende 2016 erreicht worden sei, brauche es nun möglichst langfristige Abkommen über diesen Zeitpunkt hinaus.

 

Notwendig seien derartige Verträge nicht nur zur Absicherung der derzeitigen Bautätigkeiten in den Ordensspitälern - die alle im Zeitplan seien -, sondern auch im Hinblick auf die künftig zu erwartenden Zusatzkosten durch das Ärztearbeitszeitengesetz: "Wir erwarten hier eine gerechte Lösung, die nicht die Krankenanstaltsverbund(KAV)-Spitäler einseitig bevorzugt", betonte Greher. Angaben des Primars zufolge stünden zu Monatsende auch in den Ordenskrankenhäusern Kollektivvertragsverhandlungen an, wobei zu erwarten sei, dass sich die Arbeitnehmer-Forderungen der Ärzte am KAV-Ergebnis orientieren würden, so Greher. Die Mehrbelastung könne mit der derzeitigen Finanzierung nicht abgedeckt werden.

 

Ärztearbeitszeit

Zur aktuellen Debatte um die Ärztearbeitszeit erklärte Greher, die sogenannte "Opt-out"-Regelung - Ärzte können mit dieser Vereinbarung freiwillig statt der vorgeschriebenen 48 Wochenstunden bis zu 60 Stunden tätig sein - werde in den Wiener Ordensspitälern bereits umgesetzt. Die Geschwindigkeit der Veränderungen dadurch stelle eine "große Herausforderung" dar, auch wenn es die Ordensspitäler bisher schaffen würden, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

 

"Mehrwerte" Zeit und Karitatives

Von einem "Mehrwert" der Wiener Ordensspitäler sprach Schwester Brigitte Thalhammer, die Provinzleiterin der Salvatorianerinnen: Jeweils rund zwei Drittel aller Befragten würden laut aktuellen Umfragen die "familiäre Atmosphäre", den Blick für die "ganzheitliche Betreuung" der Patienten sowie die viele beim Patienten verbrachte Zeit in den einzelnen Einrichtungen schätzen.

 

Wichtiges Anliegen der Ordensgemeinschaften als Träger ist auch die karitative Tätigkeit der Spitäler, die viele Ambulanzleistungen ohne Kostenersatz erbringen und auch nicht krankenversicherte Menschen - etwa in der Armenambulanz der Barmherzigen Brüder - behandeln. Derartiges karitatives Engagement werde auch bei Finanzierungsproblemen "in jedem Fall weitergeführt", erklärte dazu auf Anfrage Plattform-Sprecher Greher.