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28.01.2015

10. Bezirk: "Der Reformprozess schreitet zügig voran"

Im Wiener Dekanat 10 wird es noch heuer drei „Pfarren neu“ geben, sagt Dechant P. Matthias Felber SVD.

Eine Reform fängt ja nicht erst heute an“, sagt Dechant P. Matthias Felber SVD (Dekanat Wien-Favoriten) im Gespräch mit dem „Sonntag“. In vielen Dekanaten im Vikariat Wien-Stadt sei erst mit den Dekanatsvollversammlungen „etwas in Bewegung gekommen“.

 

In Favoriten hingegen sei bereits 2004 der „Dialog für Favoriten“ als Zukunfts-Dialog ins Leben gerufen worden. Man habe schon damals den großen demographischen Umbruch in Favoriten wahrgenommen, denn hier leben viele Menschen mit Migrationshintergrund.     

 

Ausgangspunkt: Die 60-Jahr-Feier des Dekanats

Der Anlass war damals die 60-Jahr-Feier des Dekanats. Dabei wollte man „nicht nur zurückschauen, sondern auch vorausschauen“. Es gab drei wichtige Treffen. Dabei war anfangs von Umstrukturierung oder Zusammenlegen der Pfarren „noch überhaupt nicht die Rede“, sagt Felber.

 

Erst bei dem zweiten Treffen kam auch der Gedanke auf, dass es auch um Pfarr-Zusammenlegungen gehen könnte. Beim dritten Treffen war schon die Visitation des Jahres 2010  im Blick. „Da hat dann der Kardinal gesehen, wie es in Favoriten ausschaut. Das hat ihn dann auch sicher wesentlich motiviert, für die ganze Erzdiözese diesen Reformprozess einzuleiten“, weiß Felber: „Da waren bei uns schon viele Gespräche gelaufen, wer mit wem zusammengehen könnte…“

Erste Pfarre Neu am 1. September

Der diözesane Erneuerungsprozess „schreitet bei uns in Favoriten zügig voran, relativ ruhig und stetig, fast freudvoll“. Felber: „Weil die Reform uns nicht von oben übergestülpt worden ist, sondern von uns hier kam.“ „Es wird vier künftige Pfarren neu geben“, sagt Felber: „Die Pfarrnamen sind soweit klar, die künftigen Pfarrgebiete, die Pfarrkirchen und künftigen Pfarrhöfe und Pfarrkanzleien.“

 

Es sei auch klar, wann es die ersten „Pfarren neu“ geben werde. Mit 1. Juni die Pfarre „Zum Göttlichen Wort“, die nächste wird am 1. September „Christus am Wienerberg“ sein und dann Anfang November die Pallottiner-Pfarre „Göttliche Barmherzigkeit“. Die Pfarren seien mit „annähernd gleicher Geschwindigkeit unterwegs“, besonders die drei ersten „Pfarren neu“, meint Felber: „Wir haben alle die gleichen Aufgaben zu lösen, weil der Übergang mit seinen vielen vor allem verwaltungstechnischen Detail-Fragen klar ist. Da gibt es einen genauen Fahrplan, vorgegeben von der Erzdiözese.“

 

Begeisterung der Laien

Felber sieht auch eine „gewisse Begeisterung der Laien“ beim Reformprozess. Man müsse aber „zwischen den Kerngemeinden und dem sogenannten breiteren Kirchenvolk unterscheiden“. Letztere würden durch Medien wie etwa die Pfarrzeitungen gut informiert. Die Mitglieder der jeweiligen Kerngemeinden seien „gut auf den Prozess eingestellt“. Die Ängste würden „abnehmen“. „Es wird eher so getan, als ob wir schon eine Pfarre neu wären“, sagt Felber. Eine gewisse Haltung des Abwartens sei zur Zeit noch spürbar. Die Menschen ahnen, „dass es dann ohnedies weitergeht, dass es keinen großen Bruch gibt, sondern dass es praktisch wie geschmiert läuft“.

 

Orden und Anderssprachige

Es sei ein Prozess, der weitergeht. Der Dechant hat den Eindruck, „dass die große Mehrzahl bereit ist, da auch mitzugehen“. Die, die den Zukunfts-Dialog vorangetrieben hätten und auch jetzt bei der Umstrukturierung engagiert dabei seien, seien im wesentlichen die Hauptamtlichen und die Pfarrgemeinderäte, „die total überzeugt sind von dem, was wir tun“, die das „mit steigender Begeisterung mittragen.“


„Eine Stärke ist auch, dass die Ordensgemeinschaften, die im Dekanat Wien 10 wirken, ähnlich apostolisch ausgerichtet sind“, sagt Felber. In allen „Pfarren neu“ sind Ordensgemeinschaften engagiert. Und es gibt die anderssprachigen Katholiken im Dekanat, die eine große spirituelle Bereicherung sind: Die Philippinische Gemeinde, die jetzt in Salvator am Wienerfeld Gottesdienst  feiert, eine andere in St. Johann Evangelist und die kleine Indische Gemeinde in der Pfarre „Zur Heiligen Familie“. „Der demographische Umbruch macht auch vor den Kirchentüren nicht Halt“, betont Felber.