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30.01.2015

Trauer um Kolping-Ehrenpräses Ludwig Zack

Ehrenpräses Ludwig Zack verstarb am Donnerstag, 29. Jänner 2015, nach kurzer, schwerer Krankheit, wenige Tage nach seinem 81. Geburtstag.

Zacks Tod hinterlasse im Kolpingverband, den er über mehrere Jahrzehnte hinweg geführt und geprägt hatte, eine tiefe Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird, hieß es Donnerstagnacht in einer Mitteilung von Kolping Österreich.

 

Vom Handwerker- und Gesellenverein zu modernen christlichen Sozialverband

Ludwig Zack wurde am  23. Jänner 1934 in Ebersbrunn in Niederösterreich geboren, studierte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und wurde 1959 von Kardinal Franz König zum Priester geweiht. Während der knapp 40 Jahre seines Wirkens als Bundespräses von Kolping Österreich (von 1969 bis 2006) gelang es Zack, die Ideen des Verbandsgründers, des Kölner Priesters und Sozialreformers Adolph Kolping (1813-1865), in die heutige Zeit zu übertragen. Unter Zacks Leitung schaffte Kolping Österreich den Sprung vom Handwerker- und Gesellenverein zum modernen christlichen Sozialverband.

 

Im Zentrum seines Wirkens stand der Einsatz für junge Menschen, die im Zuge ihrer Ausbildung Wohnmöglichkeit und wertorientierte Begleitung benötigen, sowie die Sorge um Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Zahlreiche Projekte wurden unter seiner Ägide verwirklicht. Bekannt sind vor allem die "Kolpinghäuser", in denen ganz unterschiedliche Lehrlinge, Schüler, Studenten und Berufstätige Wohnmöglichkeiten finden können, aber auch die Schaffung von Häusern und Kolping-Einrichtungen u.a. für Menschen mit Behinderungen, Frauen und Kinder in Not, Menschen in extremen Lebenssituationen und ältere und pflegebedürftige Menschen.

 

Neben den Schwerpunkten seiner Tätigkeit im Sozial- und Bildungsbereich trat Ludwig Zack stets auch als Förderer der Künste auf: Künstler fanden in den Kolpinghäusern Raum zum Gestalten und Zugang zu Publikum, manch junges Talent wie etwa der Schauspieler Erwin Steinhauer konnte hier seine ersten Erfahrungen sammeln. Ebenso maß Ludwig Zack einer soliden wissenschaftlichen Fundierung der Kolpingarbeit große Bedeutung bei; zahlreiche Studien, Diplomarbeiten und Dissertationen zu verschiedenen Aspekten und Wirkfeldern der Verbandsarbeit wurden in seiner Amtszeit erstellt, welche wiederum die Grundlage für die Entwicklung neuer Projekte und Sozial-Initiativen bildeten.

 

Für seine Verdienste um das soziale Leben in Österreich und darüber hinaus wurde Zack mehrfach auch öffentlich gewürdigt, etwa mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich und der Länder Niederösterreich, Salzburg, Wien und Südtirol. Erst im vergangenen Dezember hatte Zack bei einer Feierstunde in Wien im Beisein von Bundeskanzler Werner Faymann und Kardinal Christoph Schönborn das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst erhalten. Wörtlich sagte Zack bei diesem Anlass: "Ich habe meinen Weg gemeinsam mit vielen Menschen gehen können, und da sind so manche Wunder passiert. Die Würde des Menschen zu verteidigen, darum ist es Adolph Kolping und mir stets gegangen."