„Ich bin ein lebensfroher Mensch, und es macht mir irrsinnig viel Spaß, Menschen zu helfen und sie zu begleiten auf dem Weg der Besserung“, sagt Maria Sowinski, „ich glaube, Jesus hat mir diese Gabe ins Herz gelegt.“ Für die Krankenschwester gibt es nur ganz selten Tage, an denen sie nicht gerne zur Arbeit geht.
Seit 15 Jahren ist sie in diesem Beruf, seit zwei Jahren betreut sie auf der Intensivstation in einem Krankenhaus Menschen, die kurzfristig oder sehr lange ums Überleben kämpfen. „Auf der Intensivstation sind sehr viele Geräte zu bedienen, die schönste Aufgabe für mich ist es aber, den Menschen in ihrer Situation Gutes zu tun“, meint die junge Frau.
Neben den überlebenswichtigen Versorgungen sind das Kleinigkeiten, wie Bilder von Angehörigen aufzuhängen, das Radio einzuschalten oder einem Kranken die Haare zu waschen. Die meisten Patienten auf der Station befinden sich in einem künstlichen Schlaf. Maria Sowinski erzählt von Streichtechniken, die die Herzfrequenz beruhigen können. „Ich ermutige die Angehörigen, die Hand des Patienten zu halten. Wir wissen nie, wie viel er mitbekommt.“
Die Angehörigen erfahren auf der Intensivstation viel Aufmerksamkeit. Es ist eine Ausnahmesituation, wenn der Partner, das Kind, die Großeltern plötzlich in einer lebensbedrohenden Lage sind. „Hier die richtigen Worte zu finden, ist eine große Herausforderung.“
Was Maria Sowinski nicht verstehen kann, ist, dass sich kaum jemand mit der Endlichkeit des Lebens zu beschäftigen scheint: „Der Tod wird in unserer Gesellschaft total ausgeblendet. Das finde ich traurig, weil ich mitbekomme, wie schockiert manche Leute sind, auch wenn der Angehörige schon über 80 ist. Sie können nicht loslassen, das ist traurig. Mir fällt auf, dass das meistens Leute sind, die nicht im Glauben stehen, für die das Leben hier alles ist und danach nichts mehr kommt. Sie wissen nicht, wie schön es im Himmel sein kann, und dass Jesus schon alles vorbereitet hat, wenn er zu uns kommt.“
Vom Leid müsse man sich in ihrem Beruf abgrenzen, so Maria Sowinski, das gelinge ihr meistens, aber nicht immer. Wenn jemand keine Angehörigen hat, kommt es vor, dass die Krankenschwester ihn bis zuletzt begleitet: „Für diesen Patienten da zu sein, bis er nachhause gehen kann, ist auch eine schöne Arbeit.“
Eine große Freude ist es natürlich, wenn sich Kranke wieder erholen. „Manche kommen uns besuchen und bedanken sich“, berichtet Maria Sowinski, „man erkennt sie oft gar nicht mehr, sie sind ganz verändert und strahlen. Das ist sehr schön.“
Durch ihre Arbeit als Krankenschwester sei ihr das Leben viel bewusster geworden, meint Maria Sowinski. Materielle Dinge versuche sie nicht so ernst zu nehmen: „Man kann davon nichts mitnehmen. Aber Erfahrungen, die man machen kann, Zwischenmenschliches. Jesus hat uns da viele Möglichkeiten gegeben. Das Leben kann so kurz sein, ich möchte für meine Freunde da sein, die Natur erleben. Das ist viel wichtiger, als Dinge zu besitzen.“