Sonntag 3. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

04.03.2015

„Passionswege": Grenzenlose Hilfe im fernen Pakistan

Einsatz für die Lepra-Organisation MALC trotz Terror-Angriffen und Anti-Terror-Operationen.

Begonnen hat alles mit der Lektüre des Buches „Wo Gott weint“ von Wernfried van Straaten, in dem es um Pakistan und eine deutsche Ärztin geht . Da war ich 14 Jahre alt, habe meine erste Sammlung für Pakistan gemacht und Dr. Ruth Pfau war noch gar nicht mit Namen benannt.

 

Später habe ich Bücher von ihr gelesen und sie bei einem Vortrag angesprochen und gefragt, ob sie mich brauchen kann. Sie hat sofort gesagt: Ja, wann kommen Sie? Da war mein jüngster Sohn aber erst 15. Das hat sie nicht gestört. Sie meinte, den könne ich ja mitnehmen.


Als meine Kinder dann aus dem Haus waren, habe ich meine Praxis zugemacht und bin nochmal in die Entwicklungshilfe.

 

Der Weg nach Pakistan

Ich war zuerst Religionslehrerin, dann Sozialarbeiterin  und schließlich psychoanalytische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und Familientherapeutin.

 

Alle diese Berufserfahrungen kann ich jetzt in Pakistan gut gebrauchen. Mich für die Menschen in Pakistan einzusetzen sehe ich heute als eindeutigen Ruf Gottes. Ich habe mir weder das Land ausgesucht, noch Dr. Pfau oder die Arbeit. Es war mir ganz klar: Ich hab das zu tun.


Als ich Ruth Pfau bei einem Vortrag zum ersten Mal gehört habe, wusste ich: Das ist die Frau, mit der ich jetzt zusammenzuarbeiten habe. Sie entspricht am meisten meiner Vorstellung, wie eine Christin zu sein hat, weil sie sich politisch sehr aus dem Fenster lehnt. Sie nimmt klar Stellung und macht eine Sache sehr gründlich, ihr Lepraprogramm ist durchdacht in einem Land von 180 Mio. Menschen.

 

Sie hat die Lepra unter Kontrolle gebracht, weil sie sehr strategisch denkt, aber immer über die Grenzen hinaus. Sie ist eine klare verrückte Christin, wo ich nur sagen kann „Whow“ – und ich darf mit ihr zusammenarbeiten!


Dabei passe ich mit meinem Temperament überhaupt nicht in ein muslimisches Land. Auch nach zwölf Jahren Pakistan mache ich jeden Tag mindestens einen groben Fehler. Ich greife gerne Menschen an und umarme sie. Noch immer schaffe ich es nicht, auf den Boden zu schauen, wenn ein Mann hereinkommt.

 

Aber es ist wirklich leichter für mich, in Pakistan zu sein und dort was tun zu können, als nach Europa zu kommen und eine Nachricht nach der anderen zu sehen. Ich erlebe mich in Europa viel ohnmächtiger. In Pakistan kann ich jeden Tag aufstehen und einen kleinen Schritt machen – und helfen, egal ob mein Gegenüber Moslem, Hindu oder Christ ist.