Vier Jahre nach dem Kriegsausbruch in Syrien sind die Menschen weiterhin auf Hilfe von Außen angewiesen. 7,6 Millionen Flüchtlinge gibt es UN-Angaben zufolge innerhalb Syriens, 3,8 Millionen sind in Nachbarländer geflohen. Die Caritas rechnet damit, dass auch in den kommenden Jahren dringend Nothilfe geleistet werden müsse, wie Caritas-Auslandshilfe-Generalsekretär Christoph Schweifer am Dienstag, 10. März 2015 in einer Aussendung darlegte.
Gleichzeitig brauche es Programme im Bildungssektor, Zugang zu Schulen für syrische Flüchtlingskinder. "Viele Kinder haben Monate oder sogar Jahre ihrer Schulbildung verpasst, eine verlorene Generation wächst heran", so Christoph Schweifer.
Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge - über fünf Millionen - seien Kinder, viele davon von der Versorgung mit Wasser, Lebensmittel, Medikamenten und Heizmaterial abgeschnitten, zeichnete Caritas-Präsident Landau ein düsteres Bild. Besorgt zeigte sich Landau auch über den fehlenden Zugang zu Bildung. "Eine ganze Generation wächst heran, ohne die Chance auf Sicherheit und ohne Zukunftsperspektive." Alleine in Jordanien und im Libanon gebe es 700.000 syrische Kinder im schulfähigen Alter; nicht einmal die Hälfte davon könne derzeit die Schule besuchen.
Flucht bedeute den Verlust von Familie, von Heimat und gehe sehr oft einher mit traumatischen Erlebnissen sowie dem Identitätsverlust der betroffenen Menschen, so der Präsident weiter. "Kinder, die in Flüchtlingslagern, Aufnahmezentren oder Übergangsquartieren aufwachsen müssen, können keine Wurzeln schlagen und können sich später, auf Grund sprachlicher und sozialer Hürden, nur sehr schwer in ihre neue Umgebung integrieren."
Seit Anbruch des Konflikts im März 2011 hat die Caritas insgesamt 6,5 Millionen Euro für die Nothilfe für Syrien-Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Die gesamte Hilfe konzentriert sich seit knapp vier Jahren auf Nothilfe: Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln, medizinische Hilfe. Insgesamt wird damit 91.000 Flüchtlingen, rund die Hälfte davon Kinder, geholfen. Angesichts dramatischer Finanzierungslücken sieht die Caritas die Nothilfe für viele Syrien-Flüchtling eine Gefahr. Bis Mai sei die Arbeit des UNO-Welternährungsprogramm (WFP) in Syrien und der Region nur zu 46 Prozent finanziert.