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13.03.2015

Kardinal Schönborn: "Wir trauern um Alfred Klose"

Kirchlich engagierter Sozialethiker am Donnerstag, 12. März 2015 in Wien beigesetzt.

"Wir trauern um Alfred Klose. Ein großer Sozialwissenschaftler und engagierter Vertreter der Katholischen Soziallehre ist von uns gegangen": Mit diesen Worten, geäußert in einem Grußwort, bekundete Kardinal Christoph Schönborn seine Anteilnahme am Tod des am 27. Februar  2015 verstorbenen, vielfach kirchlich engagierten Wissenschaftlers.

 

Den Auferstehungsgottesdienst am Donnerstag in der Pfarrkirche Wien-Pötzleinsdorf leitete der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl. Zahlreiche Weggefährten des im 87. Lebensjahr Verstorbenen nahmen an der Trauerfeier teil, u.a. der Wiener KA-Präsident Walter Rijs, Laienratspräsident Theo Quendler und der steirische Caritasdirektor Franz Küberl.

 

Kardinal Schönborn würdigte Klose als eine über Jahrzehnte prägende Gestalt der Katholischen Soziallehre und christlichen Sozialethik in Osterreich. Auf ihn selbst treffe ein Titel zu, den Klose einem seiner Bücher gab: "Das Gewissen in der Politik". Sein ganzes Bemühen habe sich auf die großen Zukunftsfragen der Gesellschaft und die notwendige Besinnung auf ethische Werte gerichtet. "Wir sind ihm auch für seinen langjährigen und treuen Dienst in unserer Kirche und zu seinen Menschen zutiefst verpflichtet", so Schönborn. "Möge ihm Gott der Herr all das Gute in seinem Leben reichlich vergelten."

 

In einer Zeit, da Religion in das Privatleben abgeschoben werden soll, lehre Klose, "wie unersetzlich Kirchen und überzeugte Christen für die Gestaltung von Gesellschaft und Politik sind", sagte Bischof Krätzl in seiner Predigt. Und er erinnerte an einen weniger bekannten Aspekt des Wirkens Kloses, nämlich dass der Dreifachdoktor als Angehöriger der "Cursillo"-Bewegung mit Häftlingen Glaubensgespräche führte. Dies sollte - so Krätzl - nicht nur ein Beitrag zur Resozialisierung sein, sondern eine persönliche Erneuerung durch die Frohbotschaft. "Das zeigt die Achtung vor jedem Menschen, ohne Unterschied, wie sie Klose hatte. Es zeigt aber auch seinen unzerstörbaren Optimismus, dass alles noch anders, gut werden kann."