Für den "Eurovision Song Contest" darf es keine Aufweichung der Regelung zur Sonntagsarbeit geben. Das hat die Wiener "Allianz für den freien Sonntag" im Hinblick auf das von 19. bis 23. Mai 2015 in Wien stattfindende Großevent der Unterhaltungsindustrie unterstrichen.
Konkret bezieht sich die Allianz auf den 24. Mai, den Sonntag nach der Final-Show am Samstagabend. "Glauben die Wiener Politiker tatsächlich, dass die Menschen nach den After-Show Parties bis in die Morgenstunden des 24. Mai noch einkaufen gehen werden?", so die Allianz in einer Aussendung am Dienstag, 17. März 2015. Es sei somit nicht die Frage, "ob wir es uns leisten können, dass Geschäfte am Sonntag nach dem Song Contest nicht öffnen, sondern eine Frage der Wertigkeit gemeinsamer freier Zeit".
Die von der Wirtschaftskammer angestrebte Sonntagsöffnung rund um den Song Contest im Mai ist bisher ungewiss. Das Rathaus hat zwar Zustimmung signalisiert - jedoch nur unter der Voraussetzung, dass sich die Sozialpartner einigen.
Die derzeitigen Ausnahmen und Regelungen der Sonntagsarbeit seien mehr als ausreichend, betonte die Sonntagsallianz. "Mehr dürfen wir den Handelsangestellten und anderen Betroffenen nicht zumuten." Es gelte den freien Sonntag als gesellschaftliche Errungenschaft zu achten und ihm Vorrang vor konsumorientierten Anliegen einzuräumen.
Seit Montag steht die Wiener Sonntagsallianz unter einer neuen Leitung: Gertraud Wiesinger, Mitarbeiterin der Gewerkschaftssektion der Privatangestellten für Druck, Journalismus und Papier (GPA-djp), und Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender eines Handelsbetriebs sowie Vorsitzender der "Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung" der Erzdiözese Wien wurden zu neuen Sprechern gewählt worden und starteten gleich mit einer Kampfansage: "Momentan stehen wir vor einer gesellschaftlichen Ausrichtung, die die Sonntagsöffnung nicht mehr durch die Hintertüre einführen will, sondern vehement für eine Aufweichung der Regelungen eintritt. Das werden wir im Sinne aller Betroffenen bekämpfen."