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19.03.2015

Kalvarienbergfest eröffnet: Markt, Musik und Kreuzweg

Bis 5. April lädt Hernals zum Fest, mit Kunst, Kultur, Kulinarik und Besinnlichem.

Mit dem 19. März haben es die Veranstalter des Kalvarienbergfestes perfekt erwischt – zumindest, was das Wetter angeht. Bevor sich einen Tag später die Sonne teilweise hinter dem Mond versteckt, zeigt sie sich zur Festeröffnung. Bei strahlendem Sonnenschein also spielt die Gardemusik des Militärkommandos Wien auf, die Marktstandler verkaufen erste Langos und selbstverzierte Ostereier und Hernals-Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer bedankt sich auf der Bühne bei Sponsoren und Helfern.

 

Beten und feiern

Was nach einem Kirtag klingt, hat tatsächlich auch eine religiöse Komponente – und das seit mehr als 300 Jahren. Pfarrer und Dechant Karl Engelmann erzählt zwar von früheren Zeitungsartikeln, die berichten, die Menschen seien nach Hernals gepilgert, um sich zu vergnügen – während im restlichen Wien die Fastenzeit hereingebrochen war. Doch sie sind auch gläubig motiviert auf den Kalvarienberg gekommen, um zu beten. Denn den Kalvarienberg erbaute man im 18. Jahrhundert als Antwort auf den wachsenden Protestantismus. Auch heute legt man Wert auf den besinnlichen Teil, und diesen trägt die Pfarre bei. So werden bis Ostern nicht nur regelmäßig Führungen auf dem Kalvarienberg angeboten, auch ein Konzert der Johannespassion steht zum Beispiel auf dem Programm.

 

Tod, aber auch Erlösung gehören zum Kalvarienberg

Der Kreuzweg am Kalvarienberg ist kein herkömmlicher. Zwar werden in Reliefs Passionsszenen dargestellt, in denen Jesus die Hauptsünden der Menschheit auf sich nimmt. Der zweite Teil aber zeigt Maria, die die Tugenden lehrt: Der Kalvarienberg ist also ein Ort, um das eigene Leben zu erforschen. „Es geht um Einsicht und Umkehr“, sagt Pfarrer Engelmann – nicht nur der Tod, auch der Erlösungsgedanke werde gezeigt.

 

So war und ist der Kalvarienberg kein klassischer Kreuzweg, und auch das Fest keine klassische Fastenveranstaltung. Seit dem vorigen Jahr ist der früher traditionelle Kalvarienbergmarkt das Kalvarienbergfest, um die Veranstaltung neu zu beleben. Etwa 80 Künstler laden mit österlichen Waren zum Schauen und Stöbern ein, auf der Bühne gibt es am Wochenende Live-Musikprogramm. In Workshops können Besucher auch selbst Schmuck basteln oder Lebkuchen bemalen.

 

"Halleluja-Standl" für den guten Zweck

Mit dem „Halleluja-Standl“ ist auch die Pfarre Hernals-Kalvarienbergkirche am Markt vertreten. Dort verkauft unter anderen Gertraud Windgruber selbstgemachte Basteleien wie Osterkerzen oder Ostereier. Dafür ist sie schon lang im Einsatz: „Wir werken das ganze Jahr an den Basteleien. Eine Runde trifft sich jeden Dienstag in der Pfarre, um gemeinsam zu basteln.“ Der Erlös geht an karitative Zwecke. Pfarrer Engelmanns Wunsch hinter der gesamten Aktivität: „Mein großes Ziel ist, dass der Kalvarienberg wieder bekannter wird in Wien. Dass er besucht und in der Erzdiözese mehr wahrgenommen wird.“