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23.03.2015

Ein Leben für die Ziegen - Ziegenpatenschaft - Literaturtipp - Radiotipp

Andrea Klampfer lebt im Burgenland, melkt morgens ihre Ziegen, macht Käse.

Sie hat Theater, Film und Medien  studiert und war Regie- und Produktionsassistentin an Wiener Theatern: Andrea Klampfer.  „Es war eine schöne Zeit, aber bei den Ziegen bin ich jetzt lieber. 

 

Ich habe ständig nach etwas gesucht, was mehr zu mir passt. Ich habe am Theater mit netten Menschen zusammengearbeitet, aber ich wollte etwas anderes, etwas Erdigeres tun.“

 

Als junge Frau hat sie sich sehr urban gefühlt: „Aber ich bin nicht städtisch, ich gehöre aufs Land. Ich kümmere mich gerne um meine Tiere. Es ist nicht nur Idylle, aber es ist eine schöne Arbeit, es ist etwas Handfestes.  Ich bekomme sehr viel zurück.“

 

Die Arbeit am Theater sei nicht immer leicht gewesen, am Bauernhof sei es dies auch nicht. Es komme jedes Jahr etwas dazu, was sie lerne.

 

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Es werde nicht leichter, teilweise werde sie jedoch entspannter.  „Im ersten Jahr habe ich mir gedacht: Keine der Geißen wird trächtig.  In diesem Jahr dachte ich mir, sie werden es schon sein, und sie waren es auch.“ Nur mit den Ziegen könne sie zurzeit nicht überleben. In ihren Büchern steht: Eine Ziege gibt durchschnittlich drei bis sechs Liter pro Tag, ihre eigenen geben eineinhalb bis zwei Liter.


Irgendwann soll es mehr als ein Hobby sein. Es sei bereits jetzt schon mehr mit der vielen Arbeit. Klampfers Ziel ist es, 30 milchgebende Ziegen auf dem Hof zu haben – doppelt so viele als heute. „Es sind viele Abgaben zu leisten. Man muss es zuerst verdienen, bevor man es abgeben kann.“


Andrea Klampfer hätte sich nie gedacht, dass sie einmal den elterlichen Hof in Kleinhöflein übernehmen werde: „Ich wollte alles andere sein, aber nicht Bäuerin.

 

Gescheite Lebensmittel zu produzieren ist eines der wichtigsten Dinge der Welt.“  In Einklang mit der Natur zu wirtschaften und mit Respekt die Tiere zu behandeln, darin besteht für die Ziegenbäuerin der Sinn der Landwirtschaft.


Sie freut sich, wenn die Kitze auf die Welt kommen oder Kunden sagen, es schmeckt ihnen der Käse. „Wir haben einige Kunden, die gerne zu uns kommen und schätzen, wie wir mit unseren Tieren umgehen.

 

Wir haben nichts zu verheimlichen, ich füttere ihnen Bioluzerne. Es geht ihnen gut und die Leute sollen es sich anschauen. Kinder sollen wissen, wo das Essen herkommt.“ Diese Bewusstseinsbildung ist Andrea Klampfer ein großes Anliegen, deshalb arbeitet sie mit Kindergärten und Schulen zusammen.


Im letzten Jahr mussten erstmals Böcke geschlachtet werden. „Das ist heftig. Ich bin da, wenn sie auf die Welt kommen. Ich bin verantwortlich für sie, auch dass sie einen schönen und schnellen Tod haben. Ich möchte nicht, dass sie auf irgendeinen LKW geladen werden und sie Angst haben. Sie haben keine, wenn ich sie halte.

 

Das ist meine Verantwortung meinen Tieren gegenüber.“ Es sei nicht einfach, aber ein Teil von Landwirtschaft, so wie es Andrea Klampfer versteht.

 

Am Anfang wollte sie das Ziegenfleisch nicht essen. „Nach dem Schlachten war mir ganz klar, dass ich es essen muss. Ich möchte nicht, dass sie umsonst gestorben sind.“