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01.04.2015

Berufung: „Geprägt von Assisi und dem Blick aufs Kreuz“

Vom „Erfüllen der Sonntagspflicht" bis hin zur Ordensverantwortung.

Vom Glauben haben wir zu Hause nicht viel mitbekommen“, sagt die in Kärnten aufgewachsene Sr. Maria Herlinde Eberhard. Für sie und ihre Schwester bedeutet es, in die Sonntagsmesse zu gehen „obwohl unsere Eltern nicht wirklich kirchlich interessiert waren“.

 

Eher die Oma, sie sang im Riegelsdorfer Kirchenchor. „Ich habe schon an irgendetwas geglaubt, für mich war es einfach ein höheres Wesen“, erzählt Sr. Herlinde. In der Kirche „habe ich auf das Kreuz hingeschaut, das hat mich sehr berührt“.

 

 

Als der Neffe geboren wird, ist der örtliche Pfarrer auf Urlaub. Beide Schwestern gehen zum Taufgespräch zu den Kapuzinern.

 

Ein Pater lädt Herlinde immer wieder zu Jugendstunden ein. In der Folge singt sie in der Jugendband mit und reist mit der Gruppe 1994 nach Assisi. „Das war ein ganz wichtiger Schritt für mich“.

 

1995 folgt eine Reise nach Polen, dabei reift der Gedanke, etwas Spirituelles zu begründen: „Ich hatte damals einen Freund, wollte mit ihm etwas in diese Richtung machen“, doch er winkt ab, man trennt sich.


Beim Weltjugendtag 1997 in Paris lernt Herlinde eine Schulschwester aus Wien kennen. Sie besucht eine Jugendveranstaltung im Mutterhaus in Wien 3: „In diesem Kloster war ich davon begeistert, wie sich die Leute begegnen und miteinander umgehen“.


Eine Woche Kloster auf Zeit lässt ihre Berufung reifen. „Ich war ein Morgenmuffel, aber damals war ich in Euphorie und habe es genossen, in der Gemeinschaft zu sein“.

 

Es folgen Postulat und weitere Gelübde. „Zweifel hat man vielleicht immer im Leben, wenn irgendetwas nicht so passt, oder man sich fragt, ist das wirklich mein Platz?“, resümiert die nunmehrige Generaloberin. „Aber es gibt auch Antworten“.