Natürlich gibt es Situationen, in denen sich Eltern nicht so verhalten, wie es die Kinder – vor allem vor den Augen ihrer Freunde – gerne hätten.
Ein Busserl zum Abschied, die hörbare Fürsorge, ob Haube oder Handschuhe mit an Bord sind, oder Fragen, die aus der Perspektive der Kinder höchst überflüssig sind – all dies kann beim Nachwuchs Seelenpein auslösen.
Alle hätten gerne „coole“ Eltern, die vor allem auch die Gabe haben, sich möglichst oft unsichtbar zu machen. Wird dann das Kümmern der Eltern deutlich sichtbar, haben Sohn und Tochter Angst, dass sie in ihrer Clique ausgelacht werden, dass sie möglicherweise zu Außenseitern werden. Damit fühlen sie sich in ihrem Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit bedroht.
Für die Eltern ist dies irritierend. Zuhause ist der Nachwuchs oft sehr gerne noch „klein“, lässt sich mit Freude umarmen und verwöhnen.
Doch außerhalb der eigenen vier Wände wird Schritt für Schritt das Erwachsensein erprobt – und da stehen die Eltern halt dann immer wieder im wahrsten Sinn des Wortes im Weg.
Dieser Wunsch nach Autonomie ist also sinnvoll – Kinder lernen Schritt für Schritt alleine zu recht zu kommen.
Für manche Situationen wie z.B. Abschied und Begrüßung lassen sich in einem Gespräch sicherlich gemeinsame Spielregeln finden – so bekommen die Kinder auch ein Gefühl für ihre eigenen Bedürfnisse, aber auch die Wünsche der Eltern.
Und sonst hilft es vielleicht, sich an die Regel zu halten „weniger ist mehr“ - also auf dem Nachhauseweg im Auto lieber Smalltalk als Gewissensfragen, solange Freunde mit an Bord sind.