Der neue Bischof der Diözese Graz heißt Wilhelm Krautwaschl. Das berichtet die "Kleine Zeitung" online am Montag, 13. April 2015 unter Berufung auf Regierungskreise. Eine offizielle Bestätigung des Vatikan liegt allerdings noch nicht vor. Von der Diözese Graz-Seckau erfolgte weder ein Dementi, noch eine Bestätigung.
Krautwaschls Name sickerte im Vorfeld des für morgen, Dienstag, angesetzten Ministerrates durch. Laut Artikel IV, Paragraf 2 des Konkordats gilt in Österreich die sogenannte "politische Klausel": Auf Grund dieser Klausel hat sich der Heilige Stuhl verpflichtet, vor Ernennung eines Erzbischofs oder Bischofs der Bundesregierung den Namen des Kandidaten mitzuteilen. Die Bundesregierung kann gegen die Ernennung "Gründe allgemein politischer Natur" geltend machen. Wird ein solcher Einwand erhoben, sind beide Seiten gehalten, sich zu einigen. Scheitert dies, ist der Papst dennoch frei, sich mit seiner Wahl durchzusetzen.
Wilhelm Krautwaschl wurde am 5. März 1963 in Gleisdorf/Steiermark geboren. Nach der Matura studierte er ab 1981 Theologie an der Universität Graz. Zeitgleich trat er in das Grazer Priesterseminar ein. 1990 wurde er zum Priester geweiht. Es folgte eine Kaplanszeit in Hartberg, ab 1993 im Pfarrverband Knittelfeld und schließlich ab 1998 in Bruck/Mur, wo er schließlich bis 2006 als Pfarrer tätig war. Seit September 2006 leitet er als Regens das Bischöfliche Seminar in Graz. Zudem ist er Regens des Bischöflichen Zentrums Augustinum, Richter am Bischöflichen Diözesangericht der Diözese Graz-Seckau sowie Diözesandirektor des Canisiuswerkes und somit zuständig für Berufungspastoral. Außerdem ist Krautwaschl Mitglied der geistlichen Fokolare-Bewegung.
Egon Kapellari hatte mit Erreichen des 75. Geburtstags seinen Rücktritt eingereicht, war vom Vatikan aber im Jänner 2011 um zwei Jahre verlängert worden. Nachdem Rom Kapellari auch danach nicht von der Aufgabe entband, legte dieser Ende Jänner dieses Jahres - mittlerweile 79-jährig – sein Amt zurück. Seither leitete die Diözese als Administrator Generalvikar Heinrich Schnuderl.