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14.04.2015

Abtreibung: Fast 50.000 Unterschriften für anonyme Statistik

Übergabe der Unterschriften im Parlament am 23. April, ab 29. April elektronische Zustimmung möglich.

Die Petition für die Einführung einer anonymen Abtreibungsstatistik in Österreich, "Fakten helfen!", ist die bislang erfolgreichste Bürgerinitiative seit der Neuregelung für parlamentarische Bürgerinitiativen 2011: in einem ersten Schritt hätten bisher 48.300 Menschen die Petition persönlich unterschrieben, teilte die "Aktion Leben" als Initiatorin am Dienstag, 14. April 2015 mit.

 

Die Unterschriften sollen am 23. April 2015 im Parlament an den Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf übergeben werden, ehe ab 29. April in einem zweiten Schritt die elektronische Zustimmung auf der Parlamentshomepage ermöglicht werden soll.

 

Schaffung gesetzlicher Grundlagen für anonyme Statistik

Die Bürgerinitiative "Fakten helfen!" fordert den Nationalrat auf, gesetzliche Grundlagen zu schaffen für die Einführung einer bundesweiten anonymen Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und deren jährliche Veröffentlichung sowie die regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Abbrüche, um entsprechende Hilfen und Programme zur Prävention entwickeln zu können. Die dafür getätigten Unterschriften seien eine "großartige und überzeugende Unterstützung" für dieses Anliegen, betonte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler.

 

Die geforderte anonyme Statistik und Motiverforschung über Abtreibungen würde laut Kronthaler "eine auf seriös erhobenen Daten basierende Politik" ermöglichen, was für Österreich "ein enormer Fortschritt" in Richtung mehr Transparenz bei dem Thema und weg von Ideologisierung wäre. Die große Unterstützerzahl sei demnach ein "klarer Auftrag an die Politiker, den Tatsachen ins Auge zu sehen und zu handeln, statt wie bisher wegzuschauen und Frauen und Familien allein zu lassen", so die Generalsekretärin. Zumal sich die Parlamentsabgeordneten auch für die Online-Zustimmung interessieren würden, werde die "Aktion Leben" den Link dazu gebührend bewerben.

 

Auch die Österreichischen Bischöfe hatten während des Petitionszeitraumes "Fakten helfen!" unterstützt. Für Frauen bedeute Schwangerschaft oft eine große Belastung, wobei über die Unterstützung in Notlagen durch kirchliche und private Initiativen auch der Staat gefordert sei, "Schwangeren dabei bestmöglich zu helfen, dass Kinder zur Welt kommen können", erklärten sie im November 2014 im Rahmen der Herbstvollversammlung. Da verantwortungsvolle Politik verlässliche Fakten benötige, rufe sie zur Teilnahme an der Bürgerinitiative der überparteilichen und überkonfessionellen "Aktion Leben" auf, hieß es damals.