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Petersdom
16.04.2015

Abschied von den „Laien“

Dogmatiker Peter Neuner plädiert für eine fundierte Theologie des Volkes Gottes.

„Wenn wir eine rechte Theologie des Volkes Gottes hätten, bräuchten wir keine eigene Theologie des Laien“, betont der langjährige Universitätsprofessor für Dogmatik in München, Peter Neuner, in seinem neuesten Buch „Abschied von der Ständekirche. Plädoyer für eine Theologie des Gottesvolkes“ (Herder-Verlag).


„Das genaue Verhältnis von Klerikern und Laien ist trotz des Zweiten Vatikanums und trotz der Fortschritte im neuen kirchlichen Recht weder theologisch noch praktisch befriedigend gelöst“, urteilte Walter Kasper schon 1987.

 

Ganz andere Töne im Hinblick auf das neue Miteinander von Klerikern und Laien sind von Papst Franziskus zu hören. „Das ganze Volk Gottes verkündet das Evangelium“, heißt es im Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ (Nr. 119).

 

Die Laien sind die Träger der Evangelisierung, sagt der Papst: „Die Laien sind schlicht die riesige Mehrheit des Gottesvolkes. In ihrem Dienst steht eine Minderheit: die geweihten Amtsträger“ („Evangelii gaudium“, Nr. 102).


In seinem Buch legt Neuner im Rückblick auf die Geschichte der „Laien“ in der Kirche (ausgehend vom Alten und Neuen Testament über die Zeit der frühen Kirche bis in die Gegenwart) ein engagiertes Plädoyer für eine biblisch begründete und vom Konzil wieder aufgegriffene Volk-Gottes-Theologie vor.

 

Er analysiert das Wirken der „Katholischen Aktion“ wie auch die nach dem Konzil neu entstandenen Laienämter in der Kirche.

 

Neuner zitiert den italienischen Erzbischof Bruno Forte, der vorschlägt, auf den Begriff „Laie“ zu verzichten und stattdessen von „Christen“ zu sprechen und sich einzusetzen für die Unterscheidung der Vielfalt der Ämter und Charismen, die der Geist im Volk Gottes hervorruft.