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22.04.2015
Die Seenotrettung müsse verstärkt und legale Einwanderung nach Europa vereinfacht werden.

Flüchtlingsdrama: Ruf nach Reformen aus dem Vatikan

Die Seenotrettung müsse verstärkt und legale Einwanderung nach Europa vereinfacht werden.

Nach den jüngsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer mehren sich die Rufe nach einer Ausweitung der Seenotrettung und der Erleichterung legaler Einwanderung nach Europa. Der Präsident des Päpstlichen Migrantenrates, Kardinal Antonio Maria Vegliò, sagte gegenüber Radio Vatikan, dass eine neue europäische Asylpolitik für Migranten gebraucht werde, die den Respekt der Menschenrechte und der internationalen Konventionen voranstelle. Niemand könne sich erlauben, das Problem nur von außen zu betrachten.

 

Die Institutionen, die Internationale Gemeinschaft, alle müssten sich entscheiden, endlich eine Lösung für diese Situation zu finden. Europa dürfe sich nicht darauf beschränken, nur mit mehr Grenzschutz oder Militärinterventionen auf die Migrationsströme zu antworten, als wolle man sich „vor einem Feind schützen“. Auch die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) drängt auf Reformen im europäischen Asylsystem und zu einer Rückkehr zur im Herbst 2014 ausgelaufenen Marineoperation „Mare Nostrum“ für den Flüchtlingsschutz.

 

Vatikan: Zwischen Menschenhandel und Illegalität unterscheiden

 

Das gegenwärtige Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer zeigt vor allem eines: Europa hat ein Menschenhandel-Problem. Das wurde bei der Pressekonferenz der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan an diesem Dienstag betont. Die Akademie, die in den letzten Tagen ihre Vollversammlung durchgeführt hat, kündigt ein Vatikandokument zum Thema Menschenhandel an. Darin werde unterstrichen, dass Flüchtlinge „nicht mit sogenannten illegalen Migranten“ in Verbindung gebracht werden dürften. Dies sei gerade in Europa „aus politischen Gründen“ wichtig, da es Kräfte und Parteien gebe, die die Mittelmeerflüchtlinge als die „üblichen Wirtschaftsmigranten“ einstuften.

 

Der italienische Professor und Mitglied im Vorstand der Päpstlichen Akademie Pierpaolo Donati fordert eine klare Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Migranten. Die Flüchtlinge kämen, weil sie um Asyl bitten würden und nicht um eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Differenzierung sei wichtig, weil man die einen (die Flüchtlinge nämlich) nicht ausweisen könne.