Bei seiner Generalaudienz am Mittwoch ging Papst Franziskus auf die ursprüngliche und heutige Bedeutung des Sakramentes der Ehe ein. Franziskus bezog sich auf den Bericht des Apostels Johannes (Joh 2,1-11), der darüber schreibt, wie Jesus sein erstes Wunder während der Hochzeit zu Kana gewirkt hat. Damit hob er seine besondere Wertschätzung für die Ehe und die Familie hervor, die Liebe als das „wahre Meisterwerk unserer Gesellschaft. Das erste Wunder vollbrachte Jesus bei einer Hochzeitsfeier. So lehrt uns Jesus, dass das Meisterwerk der Gesellschaft die Familie ist: Der Mann und die Frau, die lieben!“
Heute sei diese Wertschätzung verloren gegangen, klagte Franziskus: Der Ehebund werde immer häufiger und immer früher gelöst oder gar nicht erst geschlossen. Viele Menschen würden oft wirtschaftliche Gründe für den Rückgang der Hochzeiten nennen, so der Papst, manche auch die Emanzipation der Frau. Doch das sei eine Beleidigung, betonte er. Franziskus verurteilte in diesem Zusammenhang auch, dass in der Arbeitswelt Frauen oftmals noch weniger verdienen als Männer: "Warum geht man davon aus, dass Frauen weniger verdienen müssen als die Männer? Nein! Sie haben die gleichen Rechte. Diese Ungleichbehandlung ist einfach ein Skandal!“
Welche Räume in der Kirche stehen heute offen für eine „flächendeckendere und einflussreichere Präsenz“ von Frauen? An der Päpstlichen Universität Antonianum in Rom fand an diesem Dienstag eine Konferenz statt, die das Thema Frau in der Kirche in internationaler Perspektive behandelte. Kardinal Gianfranco Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, sagte in seinem Referat, es sei an der Zeit, über die Frau in der Kirche in einem Leseschlüssel der Zukunft nachzudenken. Das Antonianum ist die erste Päpstliche Universität mit einer Frau als Rektor: Schwester Mary Melone. Sie ortet ein durch Papst Franziskus selbst ausgelöstes hohes Interesse an der Frage der Frau in der Kirche. Es gebe auf der gesamten kirchlichen Ebene ein Interesse an einer Öffnung der Kirche, so Mary Melone im Interview mit Radio Vatikan. Die Anwesenheit von Kardinal Ravasi und übrigens auch vieler anderer männlicher Teilnehmer auf der Konferenz zeige dies, so Melone.